Roßtal ärgert den Favoriten
TVR hält gegen Sulzbach lange gut mit, verliert aber knapp
Im Spiel gegen den HC Sulzbach-Rosenberg standen die Landesliga-Handballer des TV Roßtal knapp vor einer Sensation, mussten sich dem Favoriten am Ende aber mit 28:29 geschlagen geben. [Bilder]
Sollten sie nun weinen oder lachen? Diese Frage dürften sich die Handballer des TV Roßtal nach dem Ende der Begegnung mit dem starken Tabellenführer gestellt haben. Sie hatten dem Favoriten einen großen Kampf geliefert, kurz vor Schluss sogar noch mit zwei Toren in Führung gelegen, doch zum ersehnten Heimsieg reichte es letztlich nicht.
Auch Klaus Jahn wusste nicht so genau, ob er die Niederlage bedauern oder ob er sich ?ber die starke Leistung seines Teams freuen sollte. „Wir haben nicht nur dem Gegner, sondern auch uns so gut wie alles abverlangt“, sagte der TVR-Trainer und spielte damit auf die etlichen angeschlagenen oder erkrankten Spieler an, die entweder trotz ihrer Blessuren spielten oder ganz ausfielen. Als nach wenigen Minuten noch Tobias Hartmann nach einem Foul mit einer stark blutenden Nase ausfiel, standen die Chancen, den Favoriten zu ärgern, extrem schlecht. „Aber der verbliebene Rest ging bis an seine Grenze und hat eine tolle Leistung abgeliefert“, so Jahn.
Überragender Torhüter
Der TVR hielt die Partie über die gesamte Spielzeit offen. Maximal mit zwei Toren lagen beide Teams abwechselnd in Führung, meist betrug der Vorsprung nur einen Treffer. Der Halbzeitstand von 13:13 war für die ausgeglichene Partie symptomatisch. Allerdings ließ der TVR alleine in der ersten Hälfte drei Siebenmeter liegen und verpasste dadurch die Möglichkeit, sich weiter abzusetzen.
Rückraumspieler Sebastian Schuh, Kreisläufer Christoph Nepf und ein überragend haltender Thorsten Neukirchen zwischen den Pfosten waren auch nach dem Wechsel die Garanten dafür, dass es spannend blieb. Sechs Minuten vor dem Ende führte der TVR sogar mit 28:26. Bei einem Gegenstoß hätte der TVR sich auf drei Tore absetzen können, vertändelte die Gelegenheit jedoch. Weil in der Folge weiterhin zu überhastet abgeschlossen wurde und Bälle dadurch verloren gingen, kamen die Gäste wieder auf 28:28 heran. Auch beim entscheidenden Treffer zum 28:29 half Roßtal durch einen unnötigen Ballverlust mit.
„Heute hätten wir nicht gewinnen müssen, aber gewinnen können“, resümierte Jahn, der auch das Verhalten seines Teams bei Abprallern kritisierte. „Die bekam fast immer der Gegner.“
Roßtal: Neukirchen, Blaßneck – Franke 1, Schmidt 5, Matthias 2, Wild, Roth, Schuh 10/1, Brandscher 2, Hartmann 1, Hirschsteiner 2, Nepf 5
Markus Riedl/FN
