Sorgenvoll blickt man beim Handball-Landesligisten aus Roßtal dieser Tage auf die Tabelle. Nach der 22:27-Niederlage beim TSV Allach wird die Luft für die „Erschde“ immer dünner. Während die direkte Konkurrenz vom Post SV und aus Cham regelmäßig ihre Heimspiele gewinnen, lässt die „Erschde“ wie zuletzt gegen Münchberg und Lauf immer wieder unnötig Zähler liegen und verpasste so einen Befreiungsschlag.
Unerwartete Hoffnung kommt nun ausgerechnet vom kommenden Gegner aus Partenstein. Die Unterfranken spielen eigentlich eine gute Rolle in der Landesliga und befinden sich mit derzeit 20:16 Punkten auf einem komfortablen sechsten Tabellenrang. Dennoch sieht sich die TSV-Abteilungsleitung gezwungen, in der kommenden Saison einen Neuanfang in der Bezirksoberliga zu starten. Da die Partensteiner einen personellen Aderlass vor Augen haben und außerdem finanzielle Einschränkungen vornehmen, sehen die Verantwortlichen dies als den richtigen Schritt, um in spätestens zwei Jahren den Wiederaufstieg anzupeilen. Durch diese unverhoffte Entscheidung steht nach dem Rückzug des TSV Indersdorf ein weiterer Absteiger vorzeitig fest. Doch wie viele Mannschaften müssen dann am Ende eigentlich noch in die Bezirksoberliga gehen? Durch den gleitenden Abstieg, bei dem die die Absteiger aus der jeweils höheren Liga die Zahl der Absteiger in der unteren Liga bedingen, herrscht wie jedes Jahr eine gewisse Undurchsichtigkeit. Sicher ist jedoch: Auf ihrem gegenwärtigen Tabellenplatz wäre die „Erschde“ gewiss verloren. Man sollte schleunigst zusehen mindestens einen, besser aber zwei Mannschaften noch zu überholen, um am Ende immerhin den Relegationsplatz zu belegen. Die beiden Teams vor den Roßtalern wären aktuell der ASV Cham und der Post SV Nürnberg, die – wie es der Zufall so will – am Samstagabend zeitgleich aufeinandertreffen. Und die nächsten beiden Gegner des TVR sind im Übrigen – richtig, der Post SV und der ASV Cham. Bei aller berechtigten Skepsis gilt demnach: Aussichtslos ist die Lage der Schmidt-Schützlinge bei weitem nicht.
Doch um die Hoffnung auf den Ligaverbleib am Leben zu halten, muss die Mannschaft endlich ihre fast schon zur Gewohnheit gewordenen Schwächephasen abstellen. Wie schon beim letzten Heimspiel gegen den TV Münchberg trifft die „Erschde“ am Samstag auf einen Gegner, der seine Punkte fast ausschließlich in eigener Halle holt. Genauer gesagt gelang der Truppe von Trainer Valentin Okuschko auswärts noch kein einziger Sieg. Zuhause gewannen die Unterfranken dagegen bisher jedes (!) ihrer Spiele, wenngleich man sagen muss, dass die Partien gegen das Spitzenduo aus Erlangen und Rimpar in eigener Halle noch ausstehen. Der TSV tritt traditionell mit einer Reihe an ungarischen Spielern an, die dem Schmidt-Team körperlich überlegen sind. Nichtsdestotrotz sah man in den Vorjahren oftmals gut aus gegen die Partensteiner, was hoffentlich auch diesmal der Fall sein wird. Eine Niederlage kann sich der TV Roßtal jedenfalls kaum mehr erlauben, sonst würde der Abstieg wohl immer wahrscheinlicher. Drücken wir die Daumen, dass die ‚Macht um halb acht‘ ihrem Namen endlich wieder einmal gerecht wird, und die beiden Zähler nach den 60 Minuten in Roßtal bleiben.
Manuel Erben
