ASV Cham – TV Roßtal 36:31

Starke Schwankungen verhindern erste Punkte

Als die erste Männermannschaft des TV Roßtal am späten Samstagnachmittag gen Oberpfalz aufbrach, hatte sie ein historisches Ziel im Gepäck. Noch nie hatte eine TVR-Sieben dem ASV Cham zwei Punkte abluchsen können, die Aussichten beim bis dato verlustpunktfreien Tabellenführer waren also aus der Natur der Sache heraus nicht die besten. Bis auf den erkrankten Spielmacher Dietmar Mathias und einige Akteure, die angeschlagen in die Partie gehen mussten, konnte Trainer Wolfgang Schmidt mit Optimismus ins 17.000-Einwohner-Städtchen reisen. Seine klare Devise vor dem Spiel: Hinten konzentriert stehen, vorne nötigen Druck erzeugen und speziell eigene Schwächephasen vermeiden.
Der Start in die Partie war dann durchwachsen, weil die Abwehr nicht die nötige Absprache und Aggressivität an den Tag legte. Die mit tschechischen Spielern gespickte erste Sieben der Gastgeber, die zudem extrem eingespielt und abgezockt agierte, durfte fast nach Belieben Schalten und Walten. Gut nur, dass auch das Roßtaler Angriffsspiel in dieser frühen Phase funktionierte (5:5). Besonders Alexander Brandscher verwandelte die Siebenmeter sicher, sodass die Gäste aus Mittelfranken ordentlich Schritt halten konnten. Dann aber ein Bild, das sich im Verlaufe der Begegnung etliche Male wiederholte. Erst pfui, dann hui: 8:5 für Cham, wenig später der 8:8-Ausgleich. Trotz des zwischenzeitlichen 12:8 für die Hausherren wollte man nicht abreißen lassen und hatte beim 16:15 wenige Minuten vor der Pause wieder den Anschluss geschafft. Aber wie erwähnt wiederholte sich Geschichte: Bis zum Seitenwechsel erspielte sich der Spitzenreiter aus der Oberpfalz einen Fünf-Tore-Vorsprung, wurde dabei von den Gästen aber auch tatkräftig eingeladen (20:15).
Entsprechend dann auch die Kabinen-Ansprache von Coach Schmidt, der eben nur mit Teilen der ersten 30 Minuten hatte zufrieden sein können. Mit neuer Entschlossenheit ging es zurück aufs Parkett, aber der TVR blieb auch im zweiten Abschnitt zu schwankend. Obwohl man sich zu Beginn hinten stabilisierte, schafften die Roßtaler den Anschluss nicht. Vorne leistete sich der Landesliga-Aufsteiger viel zu viele technische Fehler und Ungenauigkeiten (24:18). Endgültig den Sack zumachen wollte aber Cham auch nicht, immer wieder ließ der ASV die Roßtaler Hoffnung aufkeimen. Die Oberpfälzer boten genügend Möglichkeiten an, um wieder zu verkürzen. Doch eben genau in jenen Momenten fehlte dem TVR die Kaltschnäuzigkeit (30:24). In den Schlussminuten bekam das Spiel der Gäste wieder etwas mehr Struktur, selbst die leichten Tore von Rückraum-Hüne Christoph Heldauer reichten aber nicht, um Cham noch einmal ernsthaft ins Wanken zu bringen. Zu Recht prangerte nach 60 Minuten das 31:36 auf der Anzeigetafel, der ASV bleibt verlustpunktfrei, die Gäste trachten weiter nach ihrem ersten Erfolgserlebnis in der Saison 2015/16.
Dass nun der Druck auf die Mannschaft wächst, das braucht der Schmidt-Truppe niemand zu erklären. Dass es ein leichteres Auftaktprogramm für einen Liga-Neuling gegeben hätte, ist auch klar. Aber spätestens ab Samstag im Heimspiel gegen den neuen Tabellenführer aus Münchberg (19.30 Uhr), die nach dem krachenden 39:19 gegen den HSV Hochfranken den Platz an der Sonne innehaben, gelten keine Ausreden mehr. Freilich will man den – speziell im zweiten Abschnitt – positiven Eindruck aus dem ersten Heimspiel gegen Lohr bestätigen, die nötige Unterstützung vom Publikum wäre in dieser nicht ganz einfachen Phase ebenfalls von Vorteil.
Für den TVR spielten: Hagen, Butze (beide Tor), Franke 7/1, D. Schmidt 2, Urban 1, N. Nepf, Schmitt 1, Brandscher 10/5, Heldauer 4, Fröschel 2, C. Nepf 3, Gruber 1, M. Schmidt, Gerbing (n.e.).
Maximilian Schmidt

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