20 schlechte Minuten werden in der Bayernliga gnadenlos bestraft!
Man verschlief die Anfangsphase komplett, bekam mit der sonst so starken offensiven Abwehr keinen Zugriff auf den wurfgewaltigen gegnerischen Angriff und lag in Folge dessen schnell hoch zurück. Zwar konnte man durch eine enorme Willenssteigerung gegen Mitte der zweiten Hälfte in Führung gehen, verlor dann aber Kopf und Spielwitz… Doch nun der Reihe nach.
Es war eine kurze Woche, um sich auf das zweite Derby der Saison vorzubereiten. Am Montag der gleichen Woche spielte man noch das vorgezogene Rückspiel gegen Lohr, welches man auch noch souverän gewann. Somit gab es nur 2 Trainingseinheiten, um sich gegen den Aufsteiger vorzubereiten. Und genau da ging das „Problem“ schon los: In vielen Köpfen war es „nur“ ein Aufsteiger, welcher auch noch 2 seiner ersten 3 Spiele verlor. So war die Vorbereitung nicht ganz so konsequent oder vielleicht auch akribisch, wie sie es sonst ist. Auch gab es den einen oder anderen Krankheitsausfall zu verzeichnen, sodass die Bank nicht allzu tief besetzt war.
Nichtsdestotrotz war die Devise klar! Man verlor bereits das erste Derby gegen Erlangen-Bruck und wollte kein weiteres hergeben – vor allem nicht vor heimischer Kulisse! Trainer Schmidt versprach sogar 2 Kästen Ananas-Maracuja-Schorle, wenn alles nach Plan – ergo ein Sieg – verläuft. Jedoch alles nur Konjunktiv…
Metaverse: Bühler besiegt Rothenburg
Obwohl Kapitän Nepf seine Mannschaft einschwor und eine gewisse Aggressivität forderte, bekam man die Angriffsreihen von Rothenburg rund um die prägende Figur Schneider nicht wirklich in den Griff. Immer wieder wurden Zweikämpfe verloren, was zu freien Würfen und leichten Toren führte. So stand es nach 11 Minuten bereits 4:9 für die Gäste. Sofort wurde die Reißleine vom Trainergespann gezogen und man nahm ein Timeout. Die Abwehr wurde umgestellt und man sollte endlich mal Spannung und Siegeswillen zeigen! Vor allem die Einwechslung von Fabian (The Wall) Bühler sollte sich äußerst positiv auf das Spielgeschehen auswirken. Er hielt von Anfang an viele wichtige Würfe und zusammen mit einer besseren Angriffsleistung konnte man sich
herankämpfen und den Rückstand konstant in einem noch akzeptablen Rahmen halten – nicht ideal, aber besser als nichts. Ein großes Manko an dem Abend: Die Chancenverwertung… Ein altbekanntes Problem trat erstmal in der Saison wieder auf – 5! Siebenmeter wurden verworfen. Sieht man sich das Endergebnis an (22:27), hätte eine 100%-Quote für ein Unentschieden gelangt.
So wurde abwechselnd mal getroffen, mal abgewehrt und so ging man mit einem (zu) hohen Rückstand in die Halbzeitpause. (11:16)
In der Halbzeit wurde sich bemüht, die richtigen Worte zu finden – man war ob des Spielverlaufes doch, milde gesagt, verwundert! Die Trainer fanden offensichtlich die richtigen Worte. Vernünftig auf die Werfer heraustreten und geduldig bis zum Ende spielen und dann die Chancen auch mal zur Abwechslung nutzen!
Zu Beginn machte Bühler dort weiter, wo er in Halbzeit 1 aufhörte – und zwar mit einer Parade und einen scharfen Pass später, machte Nepf Nicolas das Anschlusstor. So wurde mit einer aggressiven und nun auch erfolgreichen Abwehr Tor um Tor aufgeholt. So stand es nach schönen Wurf und Tor vom starken Domi Schmidt in Minute 37 bereits nur noch 16:17. Alles war wieder möglich. In Minute 45 war es dann soweit! Man ging durch Schmidt mit 19:18 in Führung. Die Gäste nahmen, im Nachhinein, eine wirkungsvolle Auszeit. Eine Aufholjagd kostet viele Körner und eine ersatzgeschwächte Bank kann dann leider auch keine qualitativen Pausen für die Spieler schaffen. So kippte das Spiel zu Gunsten der Gäste. Vorne wurden viele klare Chancen liegen gelassen und hinten war man oft den letzten Schritt zu spät oder langsam. Die Beine wurden immer schwerer, die Köpfe müde… So zogen die Gäste Tor um Tor davon (Minute 55 Zwischenstand 22:24). In den letzten Minuten gelang kein
Tor mehr und die Gäste warfen nicht 3. So stand am Ende eine bittere, unnötige aber auch verdiente Niederlage in den Büchern. Die Stimmung war dementsprechend getrübt. Die Trainer vermissten den Hunger und den absoluten Siegeswillen, den diese Mannschaft einfach in jedem Spiel braucht, um gegen jeden Gegner in der Bayernliga eine Chance haben zu wollen.
Im vollen Spielplan hat man aber keine Zeit mal durchzuschnaufen, sondern muss jede Woche gegen eine andere (sehr) gute Mannschaft antreten. So auch nächsten Samstag, wo man zur Topmannschaft aus Regensburg antreten darf. Oft wurde dort noch nicht gewonnen, aber das soll nur noch mehr als Ansporn dienen! Man kennt es ja noch aus diesem einen Buch – David gegen Goliath…
