Der Anti-Wolf und seine „Gelbwoschd“
Samstagnachmittag, 16:00 Uhr. Eine Wundervolle Zeit, um bei Minusgraden die Beckenweiherhalle in Ansbach zu besuchen, egal ob groß oder klein. Eine kleine Fandelegation aus Roßtal hat sich hierzu in der Halle zusammengefunden, um ein reinstes Torwart-Spektakel zu erleben. Aber zuallererst müssen wir ein paar Tage zurück spulen und uns die Worte unseres Nationaltorhüters Andi Wolff in Erinnerung rufen: „Österreich spielt einen Anti Handball.“. Hmm… dass Andi Wolff einer der besten Torhüter seiner Zeit ist, brauchen wir nicht zu diskutieren, ABER Österreich und Anti Handball???? Was, wenn ausgerechnet ein Wolf Österreicher und auch Torwart in einem ist?
Erstmal zurück zum Spiel. Die Ansprache des entspannten, noch nicht hitzigen Trainers Hitzler, klang eindeutig: Lasst uns das Spiel gewinnen und Platz 3 festigen! Doch so ging das Spiel leider nicht los. Nach 5 Minuten stand es 1:1. Bis dahin war es ein reines Torhüterduell und ausgerechnet AntiHagen hielt den Kasten mit 3 Paraden sauber. Gegenüberliegend, im Angriff, schaffte man es nicht, den Ball in der Kiste zu verräumen. Auch bei den Gegenstößen hatte man so seine Probleme. Wiedemann mit super Geschwindigkeit, aber leider auch einem Wurf, der anscheinend durch den Torwart hindurch ins Tor gehen sollte. Auch bis Minute 11 wurde das Spiel weiterhin von beiden Torhütern bestimmt. Und auch da zeigte sich wieder: Wolf bleibt Wolf. Die Paraden bis dahin: 5! Bei einem Spielstand von 3:5. Hitzler nahm die Auszeit, um die junge Truppe etwas wachzurütteln. Doch es ging schief, was nur schief gehen konnte. Vorne Ballverluste, sodass Ansbach knapp nach der Auszeit auf 5:5 verkürzen konnte. Ansbach mit vielen, erfahrenen Jungsenioren wie Liebich, Seiler, Hofmann und Krause, zeigte der jungen Truppe aus Roßtal, dass nicht immer nur das Tempo den heutigen Handball attraktiv aussehen lässt, sondern auch kontrollierte Pässe und geduldiges durchspielen zu Torerfolgen führen kann. So dröppelte das Spiel relativ unspektakulär von einem 8:8 in der 18. Minute zu einer 11:13 Pausenführung für die Roßtaler dahin. Lediglich die rote Karte für den Ansbacher Hofmann, nach einer gepflegten Schelle wie aus dem Lehrbuch an Tim Hennersdörfer, gab dem Spiel etwas Schwung mit.
Während der Halbzeit wurde in der roßtaler Kabine der Masterplan ausgeheckt und der kann in nur einem Wort beschrieben werden: TEMPO! In der Halle Wurde Schatz von Olschewski und J. Ortner warm gemacht. Ob diese Jungs dem Spiel ihren Stempel aufdrücken können?
Start in Halbzeit 2! Und wie! Stabile Abwehr, Torhüter-Paraden, die man sich im Traum nicht ausdenken könnte und vor allem TEMPO par excellence. Mit einem 0:7 Lauf für die Zwädde, strahlten vor allem Potjans (3) und Ortner (4) mit schnellem, intelligentem und präzisem Spiel. Ja, Ortner warf 4 Tore, doch muss man dazu erwähnen, dass es sich um Hannes, den älteren der Ortner Bros. handelte. Die Zwädde hörte nicht auf mit ihrer genialen Abwehr und dem Tempo nach vorne, sodass man weiter nicht viel über das Spiel berichten muss. In der 50. Minute bekam AntiWolf Hagen seinen höchst verdienten Feierabend und Nicolas „Niggo“ Schatz bekam seine Minuten. Einer unsere kleinsten Fans erkannte den Torhüter sofort und freute sich riesig, seinen Theken-Helfer, den „Gelbwoschd Niggo“, wiederzuerkennen. Und auch unser kleinster sollte nicht zu sehr enttäuscht werden. Zwar gab es diesmal keine „Gelbwoschd“ von ihm, aber Schatz hütete den Kasten so sauber wie die Wurst und Käseabteilung des heimischen Supermarktes. Auch Ortner J. konnte sich noch in die Torschützenliste eintragen. So blieb das Aufwärmen in der Halbzeit nicht umsonst. Nach 60 Spielminuten nahm die Zwädde 2 Punkte mit in die eiskalte Dusche der Bezirkshauptstadt. Dank einer Brillanten Torhüterleistung und einer allgemeinen sportlichen Leistungssteigerung in Halbzeit 2 steht es am Ende verdient 18:31.
Für den TSV: Hagen, Schatz (beide Tor), Thorak, H. Ortner (5), J. Ortner (1), Potjans (5), Olschewski, Hennersdorf (8 + Goldener Lukas), Ahner (1), Wiedemann (3), Schöner, Brockschmidt (8)
