Kategorie: Herren

TSV 2000 Rothenburg II – TSV Roßtal II 36:29 (18:14)

Saisonauftakt missglückt – Mit zwei Niederlagen startet die Zwädde in die BOL-Saison. Die gute und schlechte Nachricht: In beiden Spielen war mehr drin.

Kleiner Nachtrag zum Saisonauftakt in heimischer Halle gegen den Tuspo Nürnberg: In einem umkämpften Spiel gegen den altbekannten Mitaufsteiger hielt man die meiste Zeit mehr als nur mit, führte über weite Strecken des Spiels, konnte sich aber nie absetzen. Zum Schluss bestraften die Nürnberger dieses Versäumnis eiskalt. Roßtal hatte in der Schlussphase nicht mehr die nötige Sicherheit. Der Tuspo dagegen zeigte die Souveränität, die sie auch schon im letzten Jahr zur Meisterschaft geführt hatte und dominierte das Spiel in den Schlussminuten (Endergebnis: 24:26). Immerhin konnte Niclas Zapf mit überzeugender Leistung am Zapfhahn seinem Namen alle Ehre machen und so dem Publikum etwas Besonderes bieten. Freut euch auf weitere spektakuläre Aktionen am Heimspieltagen. Sonntag ist Zwädde-Tag!

In Rothenburg zeigte sich ein anderes und doch im Ergebnis ähnliches Bild. Die roßtaler Zwädde begann, wie sie das erste Saisonspiel beendet hatte: Unsicher, fehlerbehaftet und wackelig in der Abwehr. Der TSV Rothenburg II wusste das souverän auszunutzen und legte deutlich vor. Etwa zur Hälfte der Hälfte stand es bereits 13:5. Nur mit viel Engagement und Kampfgeist schaffte es die Zwädde Stück für Stück aufzuholen. Rothenburg ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und brachte eine 18:14 Führung in die Halbzeitpause.

Nach der Pause folgte die stärkste Phase der roßtaler Zwädden. Vor allem die (teilweise) jungen, wilden aus unserer Erschden (Basti, Elo, Luki, Timo x3) setzen die Rothenburger durch einen offensiv ausgelegten Abwehrverbund stetig unter Druck und zwangen die Heimmannschaft zu Ballverlusten. Durch konsequente erste und zweite Welle arbeitete sich die Zwädde so auf ein 22:20 in der 42. Minute heran.

Doch nun folgte eine bittere BOL-Lehre:  15 Minuten Kampf reichen in dieser Liga nicht aus, um ein Spiel zu gewinnen -egal wie sehr man sich das Kinn aufreißt. Ähnlich wie bereits gegen den Tuspo Nürnberg, nahm in der letzten Viertelstunde der Zwädde-Gegner das Spiel in die Hand. Durch kleine taktische Anpassungen gelang es den Rothenburgern die offensive Abwehr immer häufiger und ohne große Mühe zu durchbrechen. Hinten ließen sie wenig anbrennen und vorne zeigten sie sich abgebrüht. Trotz guter Leistung des roßtaler Keepers Lenni R., konnte der TSV Rothenburg II das Spiel letztendlich deutlich für sich entscheiden.

Das Positive aus Sicht der Zwädden: Vielleicht wäre es auch ohne den missglückten Start schwierig geworden, aber obwohl die Zwädde deutlich unter ihren Möglichkeiten blieb, konnte man sich zweimal herankämpfen. Bisher fühlt man sich also nicht chancenlos in der höheren Klasse. Allerdings gilt es, sich möglichst schnell zu steigern und das auf die Platte zu bekommen, was man sich in der Vorbereitung vorgenommen hat. Dann muss sich die Zwädde am kommenden (Samy’s-Schnittchen-) Sonntag auch nicht vor dem starken HBC Nürnberg II verstecken.

TSV Roßtal – MTV Stadeln 33:22 (19:13)

Roßtal zieht Stadeln den Zahn

Es war das große Fürth (Landkreisderby). Stadeln war zu Gast. Bei den „Störchen“ ging es um das nackte Überleben. Sie mussten gewinnen, Roßtal sicherte sich den Klassenerhalt bereits und konnte befreit aufspielen. Und das tat man – zumindest sah das Ergebnis so aus. Man gewann souverän mit 33:22 und feierte ausgelassen und bedankte sich demütig für die besten Fans der Liga. Es war eine Saison der Aufs und Abs – doch wie gewohnt: erstmal der Reihe nach…

Als damals noch Interims-Coach Heufelder die Mannschaft Anfang Dezember 2025 übernahm, fand er eine mehr als verunsicherte Mannschaft vor. Man stieg aus der Regionalliga ab und wollte den direkten Wiederaufstieg als Saisonziel ausrufen. Doch eine Verkettung von verschiedensten Umständen machten das ganze schnell zu Nichte und man spielte auf einmal gefährlich nah gegen den Abstieg in die BOL. Durch Kontakte konnte man Heufelder davon überzeugen, sich bis Jahresende dem Trauerspiel anzunehmen. Und es ging wie heute gegen den MTV Stadeln. Das schwierige Auswärtsspiel konnte man erfolgreich, aber nicht souverän gestalten. 3 Wochen später stand es fest – Jo Heufelder übernimmt die Mannschaft und krempelte mal alles um! Das Angriffsspiel, die Abwehrvariationen, die Spielzüge und das ganze Training wurden umgestellt. Es dauerte zwar immer noch ein bisschen bis alle Räder klickten, es gab immer wieder unnötige Punktverluste, doch im Großen und Ganzen zeigte die Formkurve eindeutig nach oben.

Zurück zum heutigen Spiel:

Stadeln kam mit dem Messer zwischen den Zähnen und einem überraschenden Sieg gegen die zweitplatzierten Wölfe im Gepäck nach Roschdl. Man war also gewarnt und wollte sich mit einer couragierten Leistung von den Fans verabschieden. Spoiler – das gelang auch.

Von Anfang an ließ man nicht offen, wer das Parkett als Sieger verlassen würde. Man lag nie in Rückstand und schon nach 15 Minuten war der Drops wahrscheinlich gelutscht (14:4). Hätte man diesen Fokus das ganze Spiel beibehalten können, wäre ein deutlicheres Ergebnis möglich gewesen. Doch das Angriffsspiel war heute nicht immer „on-point“ und man scheiterte zu oft an den gegnerischen Keepern. Aber auch Fabian Bühler zeigte immer wieder seine ganze Klasse und machte ein sehr gutes Spiel! Alle Spieler konnten und durften viel Spielpraxis sammeln und wussten die auch zu nutzen! Es hätte ein ruhiges Spiel werden können, doch das Schiedsrichtergespann heizte das Spiel mit 3 direkten Karten etwas auf. Doch am Ende wurde auf Seiten der Roßtaler lauthals gejubelt. Man verabschiedete sich erfolgreich vor den Fans und schickt Stadeln (leider) in die BOL zurück. Viel Erfolg beim Wiederaufstieg!

Am Ende stand ein hochverdientes 33:22 auf der Anzeigetafel und man schiebt sich damit auf Platz 4 vor. Man hat den drittbesten Angriff und die drittbeste Tordifferenz. Ein Szenario, das nicht unbedingt hervorsehbar war. Doch Einsatz, Disziplin und Wille von der ganzen Mannschaft machten dies möglich.

Wie immer ein riesen Dankeschön und bis bald!

Eure Erschde

HAGW

TSV Weißenburg – TSV Roßtal II 27:28 (10:14)

Unglaublich – Unfassbar – Unbegreiflich – Unbezwingbar (fast)

In einem an Dramatik nicht zu überbietenden Spiel gewinnt die zweite Herrenmannschaft des TSV Roßtal gegen die Mannschaft aus Weißenburg. Mit noch 4 Sekunden auf der Uhr erzielt Ur-Roßtaler-(Legende) Lukas Franke den entscheidenden Treffer. Das eine Tor Abstand macht -nach 2 Jahren Bezirksliga- den Aufstieg sicher. Der Jubel kennt sowohl am Spielfeld als auch auf der Tribüne keine Grenzen mehr. Doch erstmal der Reihe nach…

Die Ausgangslage war klar: Die roßtaler Zwädde musste gewinnen. Nachdem Feuchtwangen nicht in Mögeldorf antrat, befand man sich 2 Punkte hinter den Nachbarn aus Nürnberg. Da Roßtal den direkten Vergleich vor ein paar Wochen jedoch für sich entscheiden konnte, musste man „nur“ selbst die 2 Punkte einfahren und würde aufsteigen. Im Lager der Roßtaler war man guter Dinge. Zwar verlor man das Hinspiel unglücklich gegen Weißenburg, doch eine gute und rege Trainingsbeteiligung und ein sehr intensives Abschlusstraining ließen Trainer und Mannschaft optimistisch ins sonnige Altmühlfranken fahren. Man hatte fast alle Mannen an Bord und war gewillt, den Sack zuzumachen und eine grandiose Saison mit dem -vielleicht auch etwas überraschenden- Aufstieg zu vergolden. Golden ist auch seine Mähne: Lukas Franke schnürte wieder einmal seine Schuhe und half bei den jungen Wilden auf der Königsposition aus. Wenn man etwas braucht bei einem so wichtigen Spiel, dann ist es Erfahrung – und die liegt mittlerweile in seiner DNA.

Coach Hitzler stellte seine Männer gezielt auf die Gegner ein. Aus einer sicheren Abwehr heraus, wollte man mit einem schnellen Ball einfache Tore erzielen und die Moral der Gegner zumindest etwas drücken. Man habe alle Matchbälle auf seiner Seite und was kann man sich mehr wünschen als dieses alles entscheidende Spiel. Also auf geht´s.

Die Umsetzung des Matchplans gelang in der Anfangsphase ziemlich gut. Hagen hielt und schickte Hennersdorf oder Brockschmidt auf die Reise. So zog man Tor um Tor davon. Nach 7 Minuten stand es 2:5 für die Gäste aus Mittelfranken. Die Abwehr stand, im Angriff schloss man hochprozentig ab. Es hätte ein einfaches Spiel werden können. Aber man wäre nicht die Zwädde, wenn man den Gegner nicht stark machen würde. Leichte Ballverluste und unnötige Fehler luden die Heimmannschaft zu Toren ein und so konnte man sich die ganze erste Hälfte nie vernünftig absetzen. Zwar führte man konstant mit 3-4 Toren, aber es gelang nicht, wirklich davonziehen. So ging es zwar mit einem passablen Vorsprung von 10:14 in die Halbzeitpause, aber von einer Vorentscheidung konnte noch keine Rede sein.

Coach Hitzler war zufrieden, mehr aber auch nicht. Alle waren sich einig, dass man sich selbst das Leben noch zu schwer machte. Auch wusste man, dass die Heimmannschaft bis zum Ende kämpfen und sich anständig von ihren Fans verabschieden wollen würde. Man war gewarnt und wollte weiter Gas geben. Doch Spoiler: Die Mannschaft drückte stattdessen aufs Bremspedal.

Die Zwädde startete denkbar unglücklich in den zweiten Spielabschnitt. In 5 Minuten beging man mehrere technische Fehler & Fehlwürfe. Zwar stand zu diesem Zeitpunkt die Abwehr noch einigermaßen solide, doch im Angriff gelang immer weniger. Die Weißenburger spürten das und versuchten ihr Glück oft über den Kreis oder über gut einstudierte Durchbrüche. So zogen sie insgesamt 11 Strafwürfe. Die Abwehr der Roßtaler stand zu passiv und kam oft den berühmten Schritt zu spät. So gestaltete sich das Spiel immer enger. Den Ausgleichstreffer sollte man zwar (noch) nicht kassieren, die Anspannung auf der Bank und am Spielfeld nahm jedoch spürbar zu. Die Heimfans waren nun voll da und trommelten ihre Mannschaft unablässig nach vorne. Und dann war es so weit: Der TSV Roßtal lag das ganze Spiel nie im Hintertreffen und war seit der 10. Minute konsequent in Führung, aber dann kam die letzte und wohl verrückteste Minute der Saison.

Roßtal ging mit einem schönen Durchbruch von Brockschmidt mit 27:25 in Führung, noch 3,5 Minuten auf der Uhr. Danach wollte jedoch nichts mehr gelingen. Man kassierte ein weiteres Siebenmetertor: 27:26. Die gesamte Mannschaft war nun sichtbar nervös. 90 Sekunden vor Schluss: Ein technischer Fehler. Der vermutlich letzte Angriff des Spiels wurde von den Roßtalern mit Händen und Füßen verteidigt. Normalerweise ist das Fußspiel nicht gestattet, doch handelte es sich um Goalie Schatz, der in bester Heinevetter-Manier durch das Tor flog und den Sieg in den Händen hielt. „Sie glauben diese Geschichte ist wahr? Falsch, sie ist frei erfunden. Ihr Jonathan Frakes“.

Spielstand: 27:26. Weißenburg stellt auf eine sehr offensive Deckung um und will einen Ballverlust, im besten Fall ohne Foul, erzwingen. Franke bringt den Ball nach vorne, will seine jungen Kollegen in die richtigen Positionen dirigieren, vergisst aber seinen eigenen Gegenspieler. Dieser klaut ihm den Ball in bester Jose Alvarado Manier, läuft allein auf Schatz zu… und trifft zum Ausgleich: 27:27. Mit diesem Ergebnis würde man nicht aufsteigen. Noch 29 Sekunden auf der Uhr, kein Time-Out mehr zur Verfügung. Hitzler und Gerbing müssen hilflos mit ansehen, wie der Ball hektisch nach vorne getrieben wird. Sollte die ganze Saison wegen eines einzigen Tores für die Katz gewesen sein?

Beinahe Stürmerfoul. Freiwurf. Die Zeit wird angehalten. Noch 6 Sekunden auf der Uhr. Was dann passierte, ist schwer zu beschreiben: Pfiff – Pass auf den Unglücksknaben Franke, 3 mächtige Schritte, cleverer Abschluss flach an der Mauer vorbei, durch die Beine des Keepers… Tor! Sieg! Aufstieg! Gebrüll! Jubel! Tränen! Fassungslosigkeit! All das in der letzten Minute der Saison.

Welche Emotionen und Gefühle durch den Körper von Franke gingen, weiß nur er. Sieg und Niederlage lagen noch nie näher zusammen und vor allem nicht in seinen eigenen Händen. Fast die Saison hergeschenkt und dann in heroischer Art und Weise alles wiedergewonnen. Und das in 30 Sekunden. Danke Luke! ♥

Aber den Erfolg nur an Franke auszumachen, wäre viel zu kurzsichtig und nicht richtig. Der Kern aus Abwehrriegel Ahner, Spielmacher Brockschmidt, Torkanone Hennersdorf, Slim-Reaper Wiedemann und Schöner (am schönsten, Samuel), brachten die Mannschaft in diese hervorragende Ausgangslage! Handball ist und bleibt ein Mannschaftssport und über die Saison hinweg konnten sich die verschiedensten Spieler mit starken individuellen Leistungen auszeichnen. Daher beendet die Zwädde die Saison auf dem zweiten Platz, mit dem besten Torverhältnis und steigt verdient in die Bezirksoberliga auf!

Das bedeutet: Erstmal genießen und dann, eher früher als später, ran an die Arbeit! Vor allem körperlich und handballerisch muss eine weitere Schippe draufgepackt werden. Die BOL Mittelfranken wird nächste Saison nicht leicht. Aus der Oberliga Nord steigen Stadeln und Lauf/Heroldsberg ab und auch sonst wird es viele interessante, schwierige Derbys geben. Aber der Diamant in Roßtal ist roh, also ran an den Schleifstein und Hau weg!

Wir danken allen mitgereisten Fans! Unser Verein ist etwas Besonderes!

HAGW

TV Marktsteft – TSV Roßtal 26:30 (11:16)

TSV Roßtal überzeugt taktisch und sichert Klassenerhalt in Marktsteft

Der TSV Roßtal hat im entscheidenden Auswärtsspiel beim TV Marktsteft nicht nur zwei Punkte eingefahren, sondern mit einer reifen taktischen Leistung auch den direkten Vergleich für sich entschieden. Nach der Niederlage im Hinspiel war die Ausgangslage klar: Bei nur zwei Punkten Abstand musste Roßtal liefern – und tat das eindrucksvoll – und das wieder mit fast so vielen Verletzten wie aktiven Spielern. Doch wie gewohnt: erstmal der Reihe nach…

Klare Matchplan-Umsetzung gegen Marktstefter Schlüsselspieler

Roßtal zeigte sich hervorragend vorbereitet. Im Zentrum der defensiven Strategie stand die gezielte Kontrolle von Marktstefter Rückraumaktuer Sebastian Seitz. Durch ein variables Abwehrverhalten – phasenweise mit vorgezogener Spitze – wurde Seitz früh attackiert und immer wieder zu ungünstigen Entscheidungen gezwungen. Die Folge: Marktsteft kam kaum in sein strukturiertes Tempospiel.

Gleichzeitig überzeugte Roßtal mit einer kompakten 6:0-Formation, die besonders die Anspiele an den Kreis erschwerte. Die Abstimmung im Innenblock funktionierte dabei sehr gut, sodass Marktsteft häufig auf Einzelaktionen angewiesen war.

Effizienz im Angriff und starke Achse im Zentrum

Offensiv setzte Roßtal auf geduldige Angriffe mit klaren Auslösehandlungen. Besonders die Zusammenarbeit mit Kreisläufer Nico Nepf stellte die Defensive der Hausherren immer wieder vor Probleme. Durch gutes Timing und präzise Anspiele entstanden hochprozentige Torchancen.

Zwar unterliefen den Gästen in der ersten Halbzeit einige Fehler im Tempospiel, doch mit zunehmender Spieldauer kontrollierte Roßtal das Tempo besser und nutzte Ballgewinne konsequent. So konnte man sich bis zur Halbzeit eine verdiente 16:11-Führung erspielen.

Kritische Phase überstanden – Spielkontrolle bewahrt

Auch im zweiten Durchgang blieb Roßtal zunächst spielbestimmend und schien die Partie frühzeitig zu entscheiden. Eine doppelte Zeitstrafe brachte jedoch kurzzeitig Unruhe ins Spiel. Marktsteft nutzte die Überzahl, stellte defensiv aggressiver um und verkürzte den Rückstand auf zwei Tore.

In dieser Phase zeigte sich jedoch die gewachsene Stabilität der Gäste. Anstatt hektisch zu werden, passte Roßtal das Angriffsspiel an, nahm Tempo raus und suchte gezielt sichere Abschlüsse. Defensiv wurde wieder kompakter agiert, wodurch Marktstefts Aufholjagd gestoppt werden konnte.

In den letzten Minuten ließ Roßtal manchmal  Cleverness vermissen und zeigte unnötigerweise Nerven. Keine klaren Entscheidungen im Angriff und manche Löcher in der Defensive ließen den Vorsprung ein bisschen schmelzen. Man hätte auch gut und gerne mit 6+ Toren gewinnen können. Doch das ist nicht mehr allzu schlimm. An all diesen Punkten wird man im Sommer arbeiten, damit der Roßtaler Handball weiter an Attraktivität dazu gewinnt und man sich verbessert. Potential ist da! 

Der Sieg bedeutet nicht nur zwei enorm wichtige Punkte, sondern auch den Gewinn des direkten Vergleichs – und damit den vorzeitigen Klassenerhalt für den TSV Roßtal. Eine taktisch disziplinierte und mental gefestigte Leistung, die genau zum richtigen Zeitpunkt abgerufen wurde. Danach wurde sich auf die Insel vorbereitet – das 17. Bundesland, der Rest sind trübe Erinnerungen. In diesem Sinne:  

Bellas ciao 
HAGW

 

TSV Roßtal – SG Helmbrechts/Münchberg 34:23 (19:9)

Sch(t)ramme Burschen setzen ein ! im Abstiegskampf

Es gibt Tage, da passt einfach alles zusammen – und dieser Samstag war einer dieser Tage für den TSV Roßtal. Gegen die SG Helmbrechts/Münchberg konnten die Fürther Vorortler in eigener Halle einen souveränen Sieg einfahren, der nicht nur die 2 Punkte sicherte, sondern auch ein weiteres wichtiges Zeichen im Abstiegskampf setzte. Und dieser Sieg ist der Heimmannschaft sicherlich nicht in den Schoß gefallen. Das Roßtaler Lazarett nimmt mittlerweile immer größere Ausmaße an. Mit D. Bühler, Cissé und den Langzeitverletzten Haubold und Waßmann musste man auf 4 wichtige Stützen verzichten. Dass sich dann auch noch Airman eine direkte rote Karte pünktlich zur Halbzeit abholte, sollte das Unterfangen nicht unbedingt leichter machen. Aber vielleicht machten genau diese Umstände diese Leistungsexplosion aus. Aber wie gewohnt – erstmal der Reihe nach…

Das Team von Trainer Johannes Heufelder wusste von Beginn an, dass man gegen die Gäste aus dem Frankenwald eine konzentrierte Leistung abrufen musste. Und genau das tat die Mannschaft. Die Zusammenarbeit mit einem wirklich hervorragenden Trainer macht sich immer mehr bemerkbar. Man spielt intelligenter, setzt auf seine Stärken und versucht das Spiel immer mehr zu verstehen. Diese Professionalität geht durch den ganzen Verein und dies macht sich auch in der Kaderplanung bemerkbar. Der Kader bleibt zusammen und hat ein Ziel – doch das soll an dieser Stelle noch nicht interessieren.

Schon zu Beginn der Partie zeigte sich, dass die Gastgeber entschlossen waren, den nächsten Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen. Die Führung wuchs kontinuierlich, während die Gäste mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Vor allem die ungewohnte Handhabung des harzigen Balls machte den Gästen zu schaffen. Es ist nervig. In einigen Hallen darf das geliebte Haftmittel benutzt werden, in anderen nicht. Und es sind eben fast zwei unterschiedliche Sportarten, wenn der Ball klebt oder nicht. Auf der anderen Seite ist es genauso „blöd“, wenn man nur Harz gewohnt ist und dann ohne spielen muss. Aber so ist es eben in der Oberliga. Diese Vorteile werden gegenüber solchen Mannschaften immer gerne genutzt. 

Trotz des mentalen Ausfalls von Marco Ehrmann bewiesen die Roßtaler, dass sie auch ohne ihren Spielmacher weiter effektiv agieren konnten. Besonders in der ersten Halbzeit zeigte sich das Team von seiner besten Seite. Mitte der ersten Hälfte führte Roßtal bereits mit 9:5 und bis zur 30. Minute legte die Mannschaft noch eine Schippe drauf, so dass beim Pausenpfiff ein komfortabler Vorsprung von 19:9 auf der Anzeigetafel stand. Die Gäste aus Helmbrechts/Münchberg waren zu diesem Zeitpunkt völlig von der Rolle und fanden nicht ins Spiel.

Die zweite Halbzeit begann für die Roßtaler ungewohnt souverän. Man ließ eigentlich zu keinem Zeitpunkt des Spiels nach und baute den Vorsprung aus. Natürlich war die Intensität nicht mehr ganz so hoch, was dem hohen Vorsprung geschuldet war, aber man ließ die Gegner auch nicht mehr in irgendeiner Art und Weise an einen Sieg oder Punktmitnahme glauben. Respekt! Vor allem das Tempospiel wurde in beeindruckender Manier das ganze Spiel durchgezogen, sodass auch jeder Spieler Tore erzielen konnte. Jedes Tor, jeder Punkt und jedes erfolgreiche Spiel ist kriegsentscheidend. Ein entscheidender Faktor für den Sieg war dabei auch die wieder einmal starke Leistung von Goalie André Schramm, der insbesondere vor dem Seitenwechsel viele wichtige Paraden zeigte und dadurch viele potenzielle Treffer der Gäste vereitelte und ihnen auch den Wind aus den Segeln nahm. Er erinnerte oft an einen jungen Wolf(f). Ob Andreas oder Hagen wird an dieser Stelle nicht weiter erläutert. 

Am Ende stand ein hochverdienter 34:23 Sieg an der Anzeigetafel. Mit diesem Sieg konnte Roßtal seinen sechsten Platz weiter behaupten, das Punkte ausgeglichen gestalten, weiter an der Tordifferenz arbeiten und den Abstand auf die Verfolger gleichhalten. Doch es ist noch lange keine Zeit zum Durchatmen. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen ist nicht groß. Man muss jedes Spiel weiter erfolgreich gestalten, um alles in eigener Hand zu haben. 

Gleich am Wochenende kommt es zum nächsten heißen Tanz bei den Mannen aus Marktsteft. Diese liegen 2 Punkte hinter dem TSV und haben das Hinspiel erfolgreich in Roßtal gestalten können. Es geht also um weit mehr als nur 2 Punkte – es geht um viel mehr: den Nichtabstieg, den direkten Vergleich, Prestige & eine Revanche!

#roschdlunited #hagw