TSV Roßtal – HSV Hochfranken 28:22 (17:10)

Roßtal belohnt sich zum Jahresende

Ein langes Handballjahr neigte sich dem Ende zu. Die Mannschaft von Capitano Nepf blickt auf eine ereignisreiche Saison zurück, die von einem Abstieg aus Bayerns höchster Spielklasse und zahlreichen lehrreichen Niederlagen geprägt war. Hinzu kamen zwei Trainerwechsel, die den Verlauf der Spielzeiten maßgeblich beeinflussten. Der anschließende Start in der Oberliga Nord verlief durchwachsen und sorgte für weitere Herausforderungen.

Trotz dieser turbulenten Phase blieb das Team größtenteils unverändert, was den aktuellen Saisonverlauf umso überraschender macht. Licht und Schatten lagen eng beieinander – phasenweise herrschte sogar lange Dunkelheit in der kleinen Marktgemeinde im Fürther Land. Vor diesem Hintergrund war das Spiel gegen die Spielgemeinschaft Hochfranken von besonderer Bedeutung. Die Gäste befinden sich im soliden Mittelfeld der Liga und konnten bereits Teams wie HC Erlangen III ärgern. Somit kam kein unbekannter Gegner in die Mittelschulhalle nach Roßtal.

Von Beginn an ließ Roßtal jedoch keinen Zweifel daran, wer das Spiel dominieren würde. Die Mannschaft kontrollierte das Geschehen nahezu über die gesamte Spielzeit, sodass die Frage nach dem Sieger zu keinem Zeitpunkt offen blieb. Dennoch zeigte sich vor allem das Trainer-Team nicht vollständig zufrieden mit der gezeigten Leistung und sieht weiterhin Potenzial zur Verbesserung.

Doch zunächst der Reihe nach…

Nach dem wichtigen Auswärtssieg gegen den MTV-Stadeln stand das mindest genau so wichtige letzte Heimspiel des Jahres 2025 an. Die Mannschaft aus Hochfranken gab ihre Visitenkarte ab. Ein schwer einzuschätzender Gegner. Mit Harz tut sich die Mannschaft schwer – ohne ist sie eine sehr ernst zu nehmende Bedrohung. Dies musste auch der Ligakrösus HCE am eigenen Leib erfahren. Doch wie gut, dass man in Roßtal schön harzen kann. Interimstrainer Heufelder forderte höchste Konzentration und ein schnelles Umschaltspiel. Dies gelang in der Anfangsphase auch mehr als gut. Schnell führte man 2:0 und konnte die Führung in der 18 Minute auf 13:4 ausbauen. Hinten in der Abwehr stand man sattelfest, Keeper Schramm war immer wieder zur Stelle und leitete mit gezielten Pässen einfache Tore ein. Als neutraler Fan sah man das Spiel eigentlich vorentschieden und einen hohen Sieg der Mittelfranken kommen, doch man wäre nicht in Roßtal, wenn der Fehlerteufel sich nicht immer wieder erfolgreich einschleichen würde. So auch dieses Mal. Man vergab leichte Bälle, technische Fehler häuften sich und auch in der Abwehr taten sich wieder größere Lücken auf. K*rwa. So konnten die Gäste in den letzten 10 Minuten des ersten Abschnitts den „Anschluss“ zumindest wieder etwas herstellen und gingen mit nur 7 Tore Rückstand in die Pause.

Heufelder war mit dem Spiel nicht unzufrieden, aber wirklich zufrieden auch nicht. Der entscheidende Pun(s)ch fehlte, um den Sack vorzeitig zuzumachen – etwas, das in den ersten 30 Minuten eines Handballspiels selten passiert, aber an diesem Tag durchaus möglich gewesen wäre. Zu viele Fehler und Ballverluste verhinderten ein besseres Zwischenergebnis. Das Ziel war, mit mindestens sieben Toren Unterschied zu gewinnen, um am Ende der Hinrunde wenigstens ein ausgeglichenes Torverhältnis zu erreichen. Also ging es motiviert in die zweite Halbzeit.

Die ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte liefen sehr gut. In der 44. Minute traf Marcel Cissé zum 23:14. War damit der berühmte Drops gelutscht? Nicht ganz – denn plötzlich wurden beste Chancen vergeben und die sonst verlässliche Abwehr ließ die Roßtaler Torhüter immer wieder im Stich. Hochfranken nutzte diese Phase, kämpfte sich zurück und verkürzte mit dem Schlusspfiff noch auf 28:22. Gewonnen wurde zwar mit +6, doch bleibt das Gesamttorverhältnis bei -1. Somit wurde nur ein Teil des gesteckten Ziels erreicht.

Natürlich war man froh, dem großen Druck standgehalten zu haben, aber das Trainerteam machte auch deutlich, dass es noch Verbesserungsbedarf gibt. Jetzt heißt es, während der Feiertage hart weiter an sich zu arbeiten, um für die Rückrunde bestens vorbereitet zu sein. Gegen den nächsten Gegner „Auerbach“ hat man noch eine Rechnung offen, denn im September war dort wenig zu holen. Es wird spannend, ob und wie sich das Team seitdem weiterentwickelt hat.

HAGW