TSV Roßtal – SG DJK Rimpar II 29:40 (14:20)

Wölfe in Mittelfranken gesichtet – Jagdsaison eröffnet?

Bei der Frage, ob man Wölfe jagen soll, scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite sind Wölfe streng geschützt und sind wichtig für das Ökosystem, auf der anderen Seite möchte man seine Nutztiere wie zum Beispiel Lamas schützen. Vor allem junge Wölfe wollen sich profilieren und sich ihren Rang im Rudel erkämpfen und diesen behaupten. Beide Gründe sind legitim und können diskutiert werden. Aber dass man sich kampflos dem Jungwolf ergibt, ist eigentlich keine Option. Doch phasenweise präsentierten sich die Roßtaler Lamas sehr selbstmörderisch und baten den Wölfen aus Würzburg viele Leckerbissen an, die sie dann auch dankenswerterweise annahmen. Mit vollen Bäuchen trabten die Jungwölfe in die Heimat und in Roßtal hat man nun 2 Lamas weniger.

Wer bisher noch nicht ganz verstanden hat, ob es sich hier um die Erklärung des Darwinismus oder um einen Handballspielbericht handelt: bitte noch kurz weiterlesen. – wie gewohnt erst einmal der Reihe nach und dann wird vieles klarer…

Nachdem man in der Vorwoche ein sehr enges und wichtiges Spiel in Forchheim für sich entschied, stand gleich die nächste Mammutaufgabe an der Tagesordnung! Man spielte gegen die zweite Mannschaft der Rimparer Wölfe aus Würzburg. Ein Verein mit großen Ambitionen! Und so verhält dieser sich auch – viele Trainingseinheiten, ein quasi unendlich großer Talentpool von jungen und motivierten Spielern und ein sehr gutes Spielkonzept, das der nun neue Roßtaler-Trainer Johannes Heufelder dem Verein aus dem Würzburger Umland über zwei Jahre als Trainer der ersten Männer-Mannschaft, eingeimpft hatte. Man wusste also um die Stärken und Schwächen des Systems bestens Bescheid, weil man seit nun Dezember versucht ein ähnliches Spielsystem zu integrieren. Auch kannte man die Spieler auf der Gegners Seite sehr gut und wusste, was auf einen zukommt und wie man das Verteidigen kann und wie man im Angriff Profit schlagen könnte. Doch Handball ist eben nicht nur reine Theorie. Die wurde sehr gut einstudiert, doch man muss eben auch versuchen möglichst viele dieser Vorgaben umzusetzen. Man überlegte sich Abwehrvarianten, um die schnellen Spieler der Gäste aus dem Konzept zu bringen. Spoiler: Theoretisch perfekt vorbereitet, praktisch ausreichend umgesetzt, aber ausreichend ist nur die Schulnote 4 und das hat an dem Abend gegen Rimpar nicht gereicht, um zu gewinnen.

Man gestaltete das Spiel anfangs noch ausgeglichen, doch bekam ob oder durch die anfangs sehr offensive Abwehr schnelle 3 2-Minuten Strafen und geriet so schnell unter Druck. Die Lücken in der Abwehr wussten die Gäste effizient zu nutzen und zogen schnell Tor um Tor davon. Ab der 10 Minute musste man leider einem Rückstand hinterherlaufen, von dem man sich das ganze Spiel nicht mehr erholte. Die Gründe sind schnell erzählt und wurden intensiv im Videostudium Montagabend aufgezählt. Man bekam keine wichtigen Stoppfouls zustande. Man konnte das schnelle Spiel nicht unterbinden und kam schlecht ins eigene Umschaltspiel. Vorne traf man zu oft die falschen Entscheidungen und machte es den Gästen damit oft zu leicht. Auch erwischen die sonst so starken Keeper keinen Sahnetag. Wenn so viele Punkte zusammenkommen, wird es gegen jede Mannschaft der Liga schwer – dass an dem Tag auch noch der starke Tabellenzweite zu Gast war, macht das Ganze natürlich noch schwerer. So wuchs der Rückstand kontinuierlich an und Roßtal gab sich einen Tick zu früh auf, sodass das Ergebnis am Ende vielleicht etwas zu hoch ausfällt!

Nicht alles war schlecht an dem Tag – im Gegenteil. Wenn man sich an seine Tugenden und an die Vorgaben des Trainers hielt, funktionierten auch viele Sachen teilweise richtig gut. Warum man diese nicht das ganze Spiel verfolgt, oder bei seinem Erfolgsrezepten bleibt bis der Gegner sich richtig darauf einstellt, weiß nur der liebe Handballgott.

So steht am Ende eine harte aber nicht gänzlich unverdiente Niederlage mit 29:40 in den Büchern. Man machte den großen Fehler den Wolf zu unterschätzen. Dieses Tier wurde nicht domestiziert, sondern beißt in die Hand, die es füttert. Daraus muss man schnell lernen, denn jedes Spiel ist ein wichtiges und man ist zum Siegen verdammt! Die nächste Chance bietet sich gleich wieder am kommenden Samstag beim großen Heimspieltag des TSV Roßtals, wo den ganzen Tag nur Handball gespielt und hoffentlich zelebriert wird, mit dem besseren Ausgang für den TSV Roßtal!

Was ist also das Learning aus dem Ganzen? Siehst du einen Wolf, dann sei auf der Hut und nimm die Beine in die Hand! Spielst du gegen den Wolf Handball, sei hart, aber fair und gewinne das Spiel und eröffne die Jagdsaison!

HAGW