TSV Roßtal – HSG Lauf/Heroldsberg 35:22 (15:13) vom 21.02.2026

Oh wie schön ist Panama

Die „Tigerente“ ist ein Spielzeug aus Holz, das auf Rädern rollt und an einer Schnur gezogen wird. Sie hat die Form einer Ente und besitzt ein tigerartiges Streifenmuster. Sie hatte ihren ersten Auftritt in einem Kinderbuch im Jahre 1978. Die Gäste aus Lauf/Heroldsberg geben sich selbst gerne diesen Spitznamen (Vereinsfarben). Aber dass sie in Halbzeit 2 an der Schnur durch die Manege gezogen werden, war wohl weniger der Sinn ihrer Namensgebung. Aber genau so lief es ab. Die Roßtal Jäger hatten am Ende wenig Mitleid mit dem flugunfähigen Vogel und feierten am Ende sogar ein wahres Schützenfest und einen Kantersieg. Doch erstmal der Reihe nach…

Nach einer spielfreien Woche, in der man seinen hochverdienten Sieg gegen das Schlusslicht aus Waldbüttelbrunn genoss, ging es gegen den Mitabsteiger aus der Regionalliga – Lauf/Heroldsberg. Es war in den letzten Jahren immer ein heißer Tanz und es ging immer denkbar knapp für den ein oder anderen aus. Einen wirklichen Favoriten zu benennen – keine einfache Aufgabe. Das Hinspiel war auch eine denkbar knappe Kiste, mit dem besseren Ende für Roßtal. Ein starkes Kreisläuferspiel über Bühler und ein treffsicherer Schmidt machten am Ende den feinen Unterschied aus. Bei der heutigen Partie musste auf Bühler gesundheitsbedingt verzichtet werden. Auch Cissé musste sich kurzfristig abmelden – anscheinend sind nicht genügend Vitamine in Chicken Nuggets.

Spaß bei Seite: das Spiel war – wie eigentlich jedes in der laufenden Saison – von enormer Bedeutung. Beide Mannschaften trennen nur 2 Punkte und es geht um den nackten Überlebenskampf. Ein Durchreichen in die Bezirksoberliga wäre fast dramatisch für den Verein. Daher musste unbedingt gewonnen werden! Mit dem Messer zwischen den Zähnen und das Jagdgewehr im Anschlag ging das Derby los!

Das Spiel begann ausgeglichen. Die Gäste gingen mit viel Energie in die Partie und konnten trotz eines frühen Rückstands schnell ins Spiel finden. Durch ihre schnelle und direkte Spielweise blieben sie stets auf Schlagdistanz und nutzten konsequent die sich bietenden Chancen. Besonders in der ersten Halbzeit machten die Gäste es den Roßtalern schwer, sich abzusetzen. Immer wieder glichen sie die Führung des TSV aus, was zu einem spannenden Schlagabtausch führte. Beim Stand von 16:14 war das Spiel noch völlig offen, und es war klar, dass die Gäste keineswegs kampflos aufgeben würden.

Doch in der zweiten Halbzeit zeigte sich die Stärke des TSV Roßtal. Die Gäste taten sich nun im Angriff deutlich schwerer, und es schlichen sich immer wieder technische Fehler ein, die den Roßtalern die Möglichkeit gaben, ins Tempospiel zu kommen. Mit schnellen Umschaltaktionen und einer konsequenten Chancenverwertung zog der TSV Tor um Tor davon. Besonders im Rückzugsverhalten der Gäste gab es Schwächen, die Roßtal gnadenlos ausnutzte. Mehrere einfache Treffer aus der ersten und zweiten Welle sorgten dafür, dass der Vorsprung innerhalb weniger Minuten anwuchs.

Die Gäste konnten in der zweiten Halbzeit nie wirklich ins Spiel zurückfinden. Während Roßtal im Angriff immer wieder schnelle Lösungen fand und mit hohem Tempo agierte, fehlte den Gästen die Durchschlagskraft. Roßtal zeigte sich nicht nur in der Offensive stark, sondern überzeugte auch defensiv mit einer stabilen Abwehr, die den Gästen kaum Raum für erfolgreiche Angriffe ließ. Die Führung des TSV wuchs kontinuierlich an, und in den letzten Minuten war der Sieg bereits sicher.

Am Ende gewann Roßtal mit 35:22 und sicherte sich damit verdient die beiden Punkte. Besonders hervorzuheben ist die zweite Hälfte, in dem der TSV vor allem durch sein schnelles Tempospiel und eine kompromisslose Chancenverwertung glänzte. Die Gäste aus Lauf/Heroldsberg, die in der ersten Halbzeit gut mithielten und das Spiel offenhielten, konnten in der zweiten Halbzeit nicht mehr mit der Intensität und dem Druck von Roßtal mithalten.

Dieser deutliche Sieg zeigt die Stärke des TSV Roßtal, das nicht nur offensiv, sondern auch in der Defensive eine starke Leistung zeigte. Mit diesem Sieg macht man einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt. Man kann also hochmotiviert in das mehr als schwere Auswärtsspiel nach Erlangen fahren, wenn man gegen die dritte Garde des HC spielt. Einfach? Nein. Muss man gewinnen? Nein. Aber wenn alle Rädchen klicken, die Abwehr wie die Feuerwehr nach hinten rast nach einem erfolgreichen Angriff, man seine Chancen vorne nutzt – wer weiß.

Närrische Grüße,

Eure Erschde.