HC Forchheim – TSV Roßtal 26:29 (11:17

Die Wochen der Wahrheit haben begonnen

Nachdem man in der Vorwoche Federn lassen musste wie ein Suppenhuhn, war das Spiel gegen die Flippers aus Forchheim von enormer Bedeutung. Eine Niederlage durfte man sich eigentlich nicht erlauben, möchte man nicht absteigen und den Abstand zum Mittelfeld verlieren! Dies machte auch Coach Heufelder mehr als deutlich! Eine intensive Trainingswoche fand ihren Höhepunkt am Samstagabend mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einem Siegerfoto vor dem Tor, das Schramm in der ersten Halbzeit teilweise vernagelte. Normalerweise repariert er Autos. Doch wie gewohnt: erstmal der Reihe nach…

Nach der mehr als ärgerlichen und auch irgendwo vermeidbaren Niederlage gegen Auerbach, musste man zum Tabellendritten nach Forchheim reisen. Der sehr starke Aufsteiger hat einige prominente Namen in seinen Reihen und damit eine ungewöhnliche individuelle Klasse an einigen Positionen. Man betrieb ein intensives Videostudium sowohl von sich als auch von dem Gegner und bereitete sich sehr gewissenhaft auf die Aufgabe vor. Ein schneller Ball, ein gutes Rückzugsverhalten und klare Wurfchancen sollten der Schlüssel zum Erfolg sein. Und kleiner Spoiler: erste Halbzeit hui – zweite Halbzeit nicht ganz hui.

Frühe Kontrolle und klare Vorteile vor der Pause

Roßtal war von der ersten Minute an präsent und übernahm sofort die Kontrolle über das Spiel. Mit einer aggressiven Abwehr, hohem Tempo und klarer Struktur im Angriff brachte der TSV den HC Forchheim früh aus dem Rhythmus. Fehler der Gastgeber wurden konsequent genutzt, während der eigene Torhüter mehrfach stark parierte und dem Team zusätzliche Sicherheit gab.

Bereits in der Anfangsphase erspielten sich die Gäste einen komfortablen Vorsprung, den sie im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit souverän verteidigten und ausbauten. Roßtal agierte konzentriert, körperlich und aufmerksam – zur Pause stand eine verdiente Sechs-Tore-Führung zu Buche. Die Rote Karte gegen Forchheim mit dem Halbzeitpfiff spielte den Gästen zusätzlich in die Karten. Der fälligen 7 Meter verwandelte Krach gewohnt sicher.

Kühle Köpfe in hitziger Schlussphase

Wie so oft stellt sich der erfahrene Roßtal-Beobachter die Frage: „wie kommt die Mannschaft aus der Kabine? Spielen sie weiter ihren Stiefel herunter und brechen sie aus unergründlichen Gründen zusammen?“ Die Antwort gestaltet sich schwierig. Nach dem Seitenwechsel blieb Roßtal zunächst spielbestimmend, musste im weiteren Verlauf jedoch eine hektischere Phase überstehen. Forchheim kam zwischenzeitlich immer näher heran. Plötzlich traf man immer fast die falsche Entscheidungen. Unnötige Ballverluste, mentale Aussetzer in der Abwehr und Fahrlässigkeiten machten das Spiel mehr als unnötig spannend. Gut für den neutralen Zuschauer, schlecht für die Herzgesundheit der Roßtaler.  Am Ende fiel tatsächlich der Ausgleich – nun schien das Spiel zu Gunsten der Heimmannschaft zu kippen. Doch Roßtal bewies Charakter und zeigte sich tatsächlich kalt wie eine Hundeschnauze. Hagen parierte einen Strafwurf, man spielte Bühler erfolgreich am Kreis an, der 2 Strafwürfe für Roßtal zog, die Veteran Schmidt souverän verwandelte. Ein erfolgreicher Gegenstoß 5 Sekunden vor Schluss durch Haltrich besiegelten den lautstark gefeierten Auswärtssieg.

In den letzten Minuten zeigte sich die Abgeklärtheit der Gäste: klare Entscheidungen, saubere Abschlüsse und eine kompakte Defensive sorgten dafür, dass Roßtal die Partie wieder an sich riss und mit drei Treffern in der Schlussphase endgültig entschied. Am Ende stand ein hart erarbeiteter, aber verdienter 29:26-Erfolg.

Fazit

Roßtal zeigte nicht immer über 60 Minuten eine konzentrierte und entschlossene Leistung. Aber durch eine besonders starke erste Halbzeit und der kühle Kopf in der entscheidenden Phase waren ausschlaggebend für den Auswärtssieg. Zwei wichtige Punkte, die sich der TSV mit Einsatz, Struktur und Willen verdient hat. Lange freuen geht nicht, denn das nächste schwere Spiel steht an. Man spielt daheim gegen die sehr starken und jungen zweitplatzierten Wölfe aus Würzburg und möchte sich für die Abreibung im Hinspiel nicht nur revanchieren, sondern auch weitere wichtige Punkte gegen den Abstieg sammeln. Man wird sich gewissenhaft vorbereiten und holt sich (legendäre) Unterstützung durch den eigentlich im Spaßhandballalter sich befindenden Alex Brandscher! Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen.

HAGW