Schlagwort: Regionalliga

TSV Lohr – TSV Roßtal 26:24 (13:9)

Aua – das war eine sehr schmerzhafte Niederlage

Nach packenden 60 Minuten stand eine ganz, ganz bittere Niederlage in den Roßtaler Büchern. Nach einer ersten Halbzeit zum Vergessen konnte man sich im zweiten Spielabschnitt Tor für Tor an die Lohrer herankämpfen, erzielte aber nie den mentalen so wichtigen Ausgleich. Am Ende steht man auf der Verliererseite und nun wird es ganz schön schwer den Abstieg zu vermeiden. Doch nun der Reihe nach…

Nach dem last minute Unentschieden in der Vorwoche gegen Rothenburg (34:34) stand gleich das noch wichtigere Spiel gegen den TSV Lohr an. Beide Mannschaften kennen sich aus vielen Duellen aus den Vorjahren und für beide geht es um den Nicht-Abstieg – Lohr trennte vor dem Spieltag 1 Punkt vor dem ersten Abstiegsplatz, Roßtal 3 zum ersten Nicht-Abstiegsplatz. Es ging immer heiß her – so auch im Hinspiel Anfang Dezember in Roßtal, wo die Heimmannschaft den ersten Saisonsieg (26:23) einfahren konnte. Kurz vor Ende kochten einige Emotionen über und 3 Spieler flogen mit direkten roten Karten vom Feld – eher untypische Ereignisse beim Handball.

Roßtal verschlief den Anfang komplett und fand kein Mittel gegen die Abwehr und den Torhüter des TSV Lohrs. Bereits nach wenigen Minuten stand es 4:0 für Lohr. Man hatte auch Schwierigkeiten mit dem Spielgerät. Das Harz, was in Lohr verwendet wird, ist wasserlöslich und unterscheidet sich vom gewohnten Haftmittel. Folgerichtig kamen zu schwache oder auch unplatzierte Würfe auf das Tor von Altmeister Szabo (43 Jahre jung). Nach 18 Minuten stand es besorgniserregende 8:2 gegen Roßtal. Nach der fälligen Auszeit kam man besser ins Spiel und mit dem Ball zurecht. Man konnte das Spiel wieder enger gestalten und holte etwas auf. Doch gefährlich nahe kam man nicht. Bei einem 13:9 wurden die Seiten getauscht.

Coach Peine appellierte an das in den Vorwochen eigene sehr effektive und gefährliche Umschaltspiel. Auch die Abwehr werde man variantenreicher gestalten, um es den Rückraumakteuren schwerer zu machen.

Bis zur 45 Minute konnte das Spiel ausgeglichen gestaltet werden. Das heißt natürlich im Umkehrschluss, dass man nicht näher als 3 Tore an die Gastgeber herankam. Doch durch einen schönen Treffer von Haubold wurde zur Aufholjagd geblasen. Und man arbeitete hinten wie vorne noch härter und kam immer näher heran. Doch der verfluchte Ausgleichstreffer wollte einfach nicht fallen. Szabo agierte in vielen Situation wie es nur ein sehr erfahrener Torhüter macht und vereitelte freie Bälle vom Kreis und auch von den Außenspielern. In den letzten 5 Minuten des Spiels wurde der sehr erfahrene Dominik Schmidt zur tragischen Figur: erst warf er dem Torhüter ins Gesicht und erhielt eine zwei Minuten Zeitstrafe. Bei noch 100 Sekunden zu spielen vergab er dann den potenziellen Ausgleich vom 7-Meterpunkt. Diese Passage soll ihn nicht heruntermachen, sondern ihn hervorheben, dass er als dienstältester Spieler die Verantwortung übernahm und leider Pech hatte. 2 Treffer ins Tor und das Spiel kann kippen und er ist der Held. Manchmal entscheiden einfach Nuancen über Sieg oder Niederlage. Am Ende spielte Lohr einen uralten Trick bei Zeitspiel und er funktionierte. So verlor der TSV Roßtal mit 26:24. Man hat zwar den direkten Vergleich gewonnen, aber wird er nochmal relevant? Man wird sehen. Es ist keine gänzlich unverdiente Niederlage, denn man lag nie in Front oder konnte den Ausgleich erzielen.

Nun hat man 2 Wochen über Ostern spielfrei – Zeit um weiter an sich zu arbeiten, denn zu viel Freizeit kann man sich in der jetzigen Situation nicht erlauben. Am 03.05.25 trifft man auf die ebenfalls sehr abstiegsbedrohten Männer aus Waldbüttelbrunn. Das nächste und wahrscheinlich alles entscheidende Spiel um den Abstieg. Daher alle wieder in die Halle und zusammen werden wir das rocken wie ACDC.

Wir wünschen allen frohe Ostern und viele dicke Eier bei der Ostersuche! Eure Erschde!

HAGW

TSV Roßtal – TSV 2000 Rothenburg 34:34 (20:18)

HANDBALL IST GEIL
Solche Geschichte schreibt nur der Handball. Bei noch 140 Sekunden auf der Uhr war Roßtal 4 Tore in Rückstand geraten. Selbst die kühnsten Optimisten waren sich einig. Das war´s. Schon wieder eine vermeidbare Niederlage. Schon wieder gut gespielt, aber nicht belohnt. Doch was die Männer um Capitano Nepf dann leisteten, ist fast nicht zu beschreiben. Aber versuchen wir es trotzdem. Aber wie gewohnt – der Reihe nach…

Was war passiert? Es war Derbytime gegen die langjährigen Kontrahenten aus Rothenburg ob der Tauber. Viele mitgereiste Fans und die wie gewohnt lautstarken Heimzuschauer verwandelten die Roßtaler Mittelschulhalle in eine Sauna und Tollhaus. Jedes Spiel von Roßtal ist ein Spiel um Leben und Tod. Man braucht jeden Punkt, um die Hoffnung des Nicht-Abstieges am Leben zu erhalten. Auch der TSV Rothenburg spielt noch gegen den Abstieg, zwar aus einer deutlich besseren Situation heraus, aber auch nur mit 4 Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz – Ausrutschen verboten – und zwar für beide Seiten.

Mit dieser Einstellung gingen auch beide Mannschaften ins Spiel: mit dem Messer zwischen den Zähnen und den Fuß am Gaspedal. Es entwickelte sich von Anfang an ein rasantes und temporeiches Spiel, wo das Abwehrspiel erstmal nicht die oberste Priorität genoss. Bereits nach 10 Minuten fielen 15 Tore. Marco Airman, am Ende des Tages bester Torschütze, erzielte die zwischenzeitliche 9:6 Führung für die Heimmannschaft. Durch überfallartiges Umschaltspiel und einem schnellen Ball im Angriff überrumpelte man die Rothenburger ein ums andere Mal und leistete sich kaum einen Fehlwurf. Doch auch die Gäste sollten in Sachen Abschlusseffektivität in nicht vielen nachstehen. Viele der Würfe wurden zu wenig aggressiv verteidigt und machten Bühler das Leben schwer. Doch er hielt immer wieder wichtige Würfe und sorgte dafür, dass man bis zur 22. Minute in Führung blieb. Doch einige Unkonzentriertheiten führten dazu, dass Rothenburg in Schlagdistanz und dann auch in Führung (16:17) gehen konnte. Roßtal nahm die Auszeit und es wurde wieder konzentrierter und besser gespielt und abgeschlossen. Das führte dazu, dass Roßtal mit einer 20:18 Führung in die Halbzeit ging. Einen großen Anteil hat Christian Krach, der immer wieder mit Gewaltwürfen aus der 2. Reihe krachend auf sich aufmerksam machte. Diese Impulse waren sehr wichtig und man ging gut gelaunt in die Kabine.
20 Tore in einer Halbzeit – das war eine sehr gute Angriffsleistung, aber 18 Gegentreffer – das waren doch ein paar zu viele. Man muss aggressiver auf die groß gewachsenen Schützen gehen und weiter schnell nach vorne spielen- Angriff ist doch manchmal die beste Verteidigung. But defence wins championships…

Nach der Pause konnte man den Vorsprung auf 3 Tore ausbauen, doch auf einmal spielte man nicht mehr schnell nach vorne, ließ große Freiräume in der Abwehr entstehen und Rothenburg kam Tor für Tor heran. In der 48. Minute war es dann soweit. Man lag 26:27 in Rückstand. Das Spiel kippte. Vorne gelang wenig, immer wieder scheiterte man gegen den gegnerischen Torhüter und selbst konnte man wenige Würfe abwehren. Beim 30:34 bei noch 2,5 Minuten zu spielen, war der berühmte Drops eigentlich gelutscht.
Doch dann kam Roßtal noch einmal zurück – und wie! Nachdem Christoph Nepf auf 31:34 verkürzte, stellte Trainer Carsten Peine in der Abwehr auf eine offensive Manndeckung um. Diese Maßnahme brachte Rothenburg völlig aus dem Tritt. In der Folge unterliefen den Gästen teils haarsträubende und zahlreiche unnötige Ballverluste, die die Roßtaler eiskalt ausnutzten. Auch die Auszeit vom Gästecoach konnte das Spiel nicht beruhigen. Im Gegenteil – weitere Abspielfehler ermöglichten es Roßtal, 15 Sekunden vor Schluss auf 33:34 zu verkürzen. Rothenburg schmiss den Ball schon wieder ins Aus und Nico Nepf beförderte den Ball scharf und mit letzter Kraft nach vorne…
Und dann kam der große Moment: Mit der Schlusssirene war es Marco Ehrmann, der mit seinem 9. Treffer den viel umjubelten und kaum noch für möglich gehaltenen Ausgleich zum 34:34-Endstand erzielte.
Was für ein Finish – wilde Ekstase und ein großer Sauhaufen auf Ehrmann & Rothenburg guckte aus der Wäsche.
Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge. Roßtal lebt noch! Es waren 2 sehr unterschiedliche Halbzeiten von beiden Mannschaften und am Ende ist es wahrscheinlich eine gerechte Punkteteilung, wenn man sich den gesamten Spielverlauf anschaut.
Doch gleich das nächste „Do or Die-Spiel“ steht am Wochenende vor der Tür, wenn man in Lohr antreten muss. Immer eine lautstarke und hitzige Atmosphäre in deren Halle. Das Hinspiel gewann man knapp. Aber Lohr wird und muss alles geben, um die Punkte daheim zu behalten. Aktuell hat man nur einen Punkt Vorsprung auf den vorletzten Platz – no room for mistakes… Doch auch Roßtal MUSS gewinnen, möchte man nicht absteigen. Es wird also heiß hergehen – bedenkt man auch die 3 roten Karten im Hinspiel. Man ist gewarnt und motiviert! Voran! HAGW

HT München – TSV Roßtal 33:34 (19:16)

Noch ist nicht aller Tage Abend

Dramaturgie, Nervenkitzel und das bessere Ende für die Mannschaft aus Roßtal. Nach einer schwachen ersten Halbzeit, in der fast jeder Wurf ein Treffer war, konnte man sich auf Fabian Bühler in der zweiten Hälfte verlassen, der viele schwierige und auch freie Würfe hielt. Am Ende erzielte Veteran Schmidt das vielumjubelte Siegtor und Bühler hielt den entscheidenden Durchbruch. Doch nun der Reihe nach…

HT München steht zwar auf den vorderen Tabellenplätzen, haben aber keine Chance mehr auf- oder abzusteigen. Ganz im Gegensatz zu ihrer zweiten Mannschaft, die um den Klassenerhalt in der Landesliga spielt. Daher wurden viele Leistungsträger der ersten Mannschaft in die zweite beordert. Mit der Annahme, dass es schon reicht gegen das Schlusslicht. Doch sooooo schlecht ist man in Roßtal auch nicht.

Das Regionalliga-Team des TSV Roßtal zeigte von Beginn an eine engagierte Leistung und führte zunächst mit 12:9 (21.). Zwar gelang es den Gastgebern, bis zur Pause das Blatt zu wenden und mit 19:16 in Führung zu gehen, doch Roßtal ließ sich davon nicht entmutigen. „Wir haben stark angefangen, aber kurz vor der Halbzeit ein wenig den Faden verloren. Trotzdem wussten wir, dass wir nach der Pause wieder voll da sein müssen“, so Dominik Schmidt, der das entscheidende Tor für den TSV Roßtal erzielte.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine spannende Partie, in der Roßtal vor allem kämpferisch überzeugte. „Wir haben uns nicht abschütteln lassen und wussten, dass wir mit unserer Abwehr und unserem Torwart immer eine Chance haben.“ – so Capitano Nepf. Tatsächlich wurde der Schlussmann Fabian Bühler zum entscheidenden X-Faktor: „Er hat in der zweiten Halbzeit überragend gehalten und uns im Spiel gehalten“, lobte Coach Peine.

Auch in der Offensive bewies Roßtal Nervenstärke. Die beiden Schlüsselspieler des Teams – Ehrmann und Schmidt, waren kaum zu stoppen und setzten immer wieder entscheidende Akzente. „Wir haben unsere Chancen besser genutzt als der Gegner, und das war am Ende ausschlaggebend.“ Resümierte Marcel Cissé.

Der TSV Roßtal konnte schließlich die knappe Führung verteidigen und hatte mit der letzten Parade des Torhüters sogar das letzte Wort. „Wir wussten, dass der Gegner mit dem letzten Angriff noch die Chance zum Ausgleich hatte, aber unser Keeper hat das super gemacht“ lobte Kollege Schramm.

Letztendlich feierte Roßtal einen hart erkämpften, aber verdienten Sieg. „Es war ein intensives Spiel, aber wir haben gezeigt, dass wir als Team kämpfen und bestehen können und eine Daseinsberechtigung in dieser Liga haben“ fasste Christian Krach das Spiel passend zusammen.

Solange man rechnerisch noch nicht abgestiegen ist, wird jedes Spiel mit Messern zwischen den Zähnen absolviert werden und keine Mannschaft wird gern gegen den TSV spielen. Also macht euch bereit.

Nächste Woche ist Mittelfranken-Derby gegen Rothenburg. Im Hinspiel führte man zwischenzeitlich mit 7 Toren, musste sich dann aber doch deutlich geschlagen geben. Man hat aus seinen Fehlern gelernt und wird alles in die Waagschale werfen, um das Abstiegsrennen eng zu gestalten. Daher alle in die Halle zur besten Zeit in Roßtal – 19:30 Uhr.

HAGW

TSV Roßtal – SG Regensburg 27:30 (11:13)

Hitziges Spiel mit dem schlechteren Ende für Roßtal

Endlich rollte der Ball wieder. Nach 2 spielfreien Wochenenden war es endlich mal wieder so weit. Es wurde Handball gespielt – Primetime – eine Spitzenmannschaft aus Regensburg zu Gast – was will der Roßtaler Handballfan mehr? Ein knappes Spiel – check. Ein emotionales Spiel – check. Ein Sieg für Roßtal – nein. Das Spiel war nicht hochklassig, aber kämpferisch betont und auch verbal hitzig. Das Beste an Schiedsrichtern ist, wenn sie nicht auffallen und auch nicht in Berichten erwähnt werden. Da dies hier nicht der Fall ist, müssen wir auch darüber berichten. Aber der Reihe nach…

Endlich wieder Handball in der Mittelschulhalle in Roßtal. Die Adler aus Regensburg waren zu Besuch. Diese Mannschaft hat nicht ganz zu Unrecht am Anfang der Saison Ambitionen angemeldet aufsteigen zu wollen. Wäre auch kein großer Hottake gewesen, wenn nicht Erlangen-Bruck durch die Liga pflügen würde und alles mehr oder weniger abschießt, was ihnen in die Quere kommt. Doch Regensburg ist trotzdem eine starke Mannschaft mit guten Individualspielern, welche sich aktuell auf dem vierten Tabellenrang wiederfindet. Roßtal dagegen wie schon die ganze Saison am Tabellenende. Die Rollen sind eigentlich klar verteilt, doch in Roßtal ist das Team um Coach Peine oft eine ganz andere Hausnummer und wird durch die Fans regelrecht nach vorne gepeitscht.

Das Spiel begann etwas langsam und erst in der 2 Minute wurde das Spiel mit einem Tor von Regensburg eröffnet. Dominik Bühler konnte durch ein feines Zuspiel prompt ausgleichen! So ging das Spiel hin und her. Fabian Bühler hielt seine Mannen mit schönen Paraden im Spiel. Keine der beiden Teams setzte sich vorentscheidend ab. Die aggressive 5:1 Abwehr mit Luki Gruber an der Spitze machte es den flinken Spielern der Domstädter das Lebe immer wieder schwer! Doch vorne gelang es nicht immer die sich bietenden Bälle / Lücken zu nützen. So lag man das ganze Spiel nicht einmal in Führung, blieb aber immer wieder in Schlagdistanz. Apropos Schlagdistanz. Beide Mannschaften langten immer wieder ordentlich hin, doch die Strafen bekamen gefühlt und auch im Spielbogen nachlesbar fast immer die Hausherren aus Roßtal. Am Ende hatte man 6 2-Minuten-Zeitstrafen, die Gäste nur 1! Diese spielten aber nicht unbedingt wie Unschuldslämmer, doch das Schiedsrichtergespann, das schon die Damen im vorangegangen Spiel pfiffen und dort schon nicht die konsequenteste Linie hatten, erwischten auch im 2. Spiel nicht ihren Sahnetag – zum Leidwesen einiger Roßtaler…
Mit einem knappen 11:13 für die Gäste ging es in die Kabine. Noch war alles drin, man spielte mehr als gut mit und hatte heute alle Chancen eine Spitzenmannschaft zu ärgern! Daher 30 Minuten vorne wie hinten alles in die Waagschale werfen und für die harte Arbeit belohnen!

Es dauerte auch nur 4 Minuten und Roßtal erzielte wieder durch den starken Bühler den vielumjubelten 15:15 Ausgleichstreffer. Doch der Führungstreffer wollte nicht gelingen. Man hatte in Halbzeit 2 zwar kaum einen Fehlwurf, schaffte es aber selbst immer weniger die Schützen der Gäste zu schwierigen Würfen zu zwingen. Und verwarfen diese mal auch komplett freie Bälle, gab es immer wieder mehr als fragwürdige Pfiffe und Siebenmeter, welche leider alle souverän verwandelt wurden!

So erzielte Ehrmann in Minute 49 den letzten Ausgleich des Spiels (23:23). Nach einer direkten roten Karte gegen Haltrich (in der Kategorie ist Roßtal ligaführend) schwappte das Momentum mehr auf die Regensburger Seite, die am Ende knapp mit 27:30 gewannen und sich groß freuten. Dies zeigte die harte Arbeit, die sie in das Spiel gegen den vermeintlich einfachen und leicht zu spielenden Tabellenletzten, gekostet haben musste. Die Heimmannschaft stand dagegen wieder ohne Punkte da. War auf sich und leider auch auf die Schiedsrichterinnen sauer. Wie schon anfangs beschrieben, ist es nie gut, wenn Schiedsrichter das Ergebnis evtl. mit beeinflussen, doch so ist es manchmal. Trotzdem sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil des Handballspiels und sollten immer mit Respekt und Anstand behandelt werden. Ohne sie würde es kein Handball geben – nur ist es in Momentaufnahmen schwer, sich am Riemen zu reißen – wir geloben Besserung.

Nun hat man wieder ein Wochenende Pause, bevor es zum Drittligaabsteiger nach München zur HT geht. Alles andere als ein Zuckerschlecken, aber man hatte schon im Hinspiel Chancen. Also warum denn nicht mal überraschen? HAGW

HSC 2000 Coburg II – TSV Roßtal 27:31 (11:16)

Todgeweihte leben länger

Die Veste Coburg wurde in ihrer Geschichte niemals kämpfend erobert, allerdings wurde sie im 30-Krieg im März 1635 durch den General von Lamboy nach fünfmonatiger Belagerung mit Hilfe eines gefälschten Briefs, in welchem Herzog Johann Ernst vermeintlich die Übergabe befahl, eingenommen. Ja, ganz so heroisch oder auch listenreich war man nicht, die Veste Coburgs wurde immer noch nicht kämpfend erobert, doch Roßtal erstritt sich in einem intensiven Spiel die ersten beiden Auswärtspunkte der Saison. Auch als das Spiel zu kippen drohte, behielt man (endlich) mal kühlen Kopf und gewann am Ende verdient. Doch nun der Reihe nach…

Die Rückrunde ist im vollen Gange und Roßtal befindet sich in einer schwierigen und gefühlt ewig andauernden Phase. Den Kopf Woche für Woche oben zu lassen und sich von den regelmäßigen Niederlagen nicht runterziehen zu lassen, ist gar nicht so einfach, wie es manchmal von außen aussieht. Die Mannschaft beweist in der Hinsicht immer wieder Moral und Stolz! Und diese beiden Tugenden wurden endlich mal wieder belohnt!
Man fuhr motiviert und auch ambitioniert nach Coburg und rechnete sich Chancen aus. An einem guten Tag der Mannschaft von Coach Peine ist man in der Lage alle Mannschaften zu ärgern. Diesmal sollte man auch mal der Spielverderber werden – endlich.
Man begann mit einer ungewöhnlichen (neuen) Abwehrvariante – eine 5:1. Luki Gruber wurde als Störenfried der Coburger Rückraumakteure auserkoren – eine Aufgabe, die er mit Bravour meisterte. Er machte die Spieler zu, antizipierte Bälle und verzeichnete Steals, welche er für schöne und schnelle Gegenstoßtore nutzte. Auch profitierte er von Keeper Schramm, der gewohnt ein starker Rückhalt war und seine Leute mit feinen Pässen fütterte, aber auch selbst als Torschütze am Spielberichtsbogen in Erscheinung trat! Aber man muss die ganze Abwehr loben, die den teils groß gewachsenen Coburgern das Leben mehr als schwer machte. Und im Angriff blieb man geduldig, spielte mit vielen Einläufern und feinen Kreisanspielen und konnte sich von Beginn an absetzen. So stand es zur Halbzeit für viele überraschend 16:11 für die Gäste aus Mittelfranken.

Coach Peine war mit der gezeigten Leistung sehr zufrieden und wollte die Intensität vor allem in der Abwehr beibehalten!

Doch wie so oft kam man etwas träge aus der Halbzeit und tat sich im Angriff schwer und bekam dadurch ein paar schnelle Gegentore als Quittung. Doch es hat auch seine Vorteile, wenn man mal selbst mit 5 Toren führt und sich eine kurze Schwächephase erlauben kann. Dennoch schmolz der Vorsprung konsequent und auf einmal stand es unentschieden. (20:20 Minute 44) Man wurde immer nervöser und in der 50. Minute war es dann soweit. Roßtal lag das erste Mal in dem Spiel zurück. 23:22. Fangen jetzt an die Nerven zu flattern? Bringt man sich am Ende wieder um den verdienten Lohn?

Schaut man sich den bisherigen Saisonverlauf an, würden selbst kühne Optimisten behaupten, dass das Spiel jetzt schon wieder hergegeben wird. Doch wenn man sich bei Sportwetten immer auf Wahrscheinlichkeiten verlassen könnte, würde es deutlich beliebter bei der großen Masse sein (M. Ehrmann ;-))

Roßtal besann sich wieder auf seine Tugenden und drehte im Stile einer Spitzenmannschaft das Spiel binnen 3 Minuten und gab den Vorsprung auch nicht mehr her. Man konnte sich weiterhin auf Schramm verlassen und im Angriff glückte auf einmal auch wieder alles. Am Ende steht ein verdienter 27:31 Auswärtserfolg in den Büchern.

Man konnte endlich wieder gewinnen, trank 1 Siegerbier und konnte den Anschluss an den Vorletzten wieder schaffen! Nüsschen für Nüsschen ernährt sich das Eichhörnchen! Noch ist nicht aller Tage Abend! The empire will strike back…

Nun hat man 2 Wochen Zeit/Urlaub, um sich zu sammeln, zu heilen, um in die letzte heiße Phase der Saison zu gehen! Nun muss man nochmal alles in die Waagschale werfen, um den Klassenerhalt zu schaffen –

everthing is possible!

HAGW