Schlagwort: Regionalliga

TSV Roßtal – HaSpo Bayreuth 23:32 (13:16)

Das gute an Bayreuth ist das Bier

Das soll keine Diffamierung gegen die Stadt oder die Mannschaft von Bayreuth sein, sondern ist nur die persönliche Erfahrung des TSV Roßtal gegen die Handballer eben jener Stadt. Nach einer guten und kämpferisch starken ersten Halbzeit musste man sich – man muss es leider immer wieder sagen – erneut zu hoch geschlagen geben. Wöchentlich grüßt das Murmeltier. Der Tabellenzweite agierte in der zweiten Hälfte cleverer, effektiver und im Stile einer Topmannschaft und ließ dem Aufsteiger am Ende wenig Chancen. Am Ende steht eine vielleicht 3-4 Tore zu hohe Niederlage in den Büchern. Unverdient war die Niederlage nicht – nur nicht so deutlich wie es das Ergebnis vermuten lässt. Doch nun der Reihe nach…

Nachdem man in der Vorwoche in Bruck aus nächster Nähe gezeigt bekommen hat, wie schnelles Umschaltspiel im Handball praktiziert wird, stand gleich die nächste Herkulesaufgabe an der Tagesordnung. Man durfte gegen die sehr offensiv spielende Mannschaft, die nach dem Sieg gegen Roßtal auf Rang 2 vorrückte, aus Bayreuth spielen. Schon in der Hinrunde lieferte man eine sehr starke erste Halbzeit ab, in der man mit 16:16 in die Pause ging und leider hinten raus wieder den Kürzeren ziehen musste. Ähnliches sollte an der Red-Night wieder passieren. Man hat einfach nicht die nötige Konzentration oder auch Ausdauer, um die Spiele länger offen zu halten als 45 Minuten. Das ist ärgerlich und auch im Nachhinein gesehen oft unnötig. Doch diese Saison ist einfach verzwickt. Krankheitswellen durchziehen das Roßtaler Lager seit mehreren Wochen. Diese Woche traf es Althasen und Allrounder Schmidt und Jungspund Krach. Eine weitere Schwächung im bereits dünn besetzten Kader. Doch man muss die Karten ausspielen, die man zugeteilt bekommt.

Das Spiel startete ausgeglichen. Man war auf die offensive Deckung der Gäste vorbereitet. Dennoch tat man sich schwer, was auch ganz normal ist, denn man hat ja meistens nur 3 Trainingseinheiten Zeit sich auf die teils sehr offensive und eingespielte 3:3 Deckung vorzubereiten. Man erspielte sich trotzdem immer wieder gute Wurfgelegenheiten, scheiterte leider immer wieder gegen den starken Torhüter der Bayreuther. Aber auch Schramm hielt viele wichtige und auch freie Würfe und hielt seinen Vorderleuten den Rücken so gut es ging frei und sorgte damit, dass man immer in Schlagdistanz blieb (2:2; 4:6; 8:11; 12:14). Leider verlor man in den letzten Minuten der ersten Halbzeit etwas die Konzentration, verwarf klare Bälle und Bayreuth schlug daraus Kapital und ging mit einer 3 Tore Führung in die Kabine.

Fazit der ersten Hälfte: Es war deutlich mehr drin! Aber noch ist das Spiel nicht gelaufen. Also mehr Fokus im Abschluss und aggressiveres Heraustreten gegen den Halblinken Brückner. Spoiler: hat nicht ganz geklappt.

Die ersten 5 Minuten der zweiten Hälfte brachen der Heimmannschaft das Genick. Man ließ eben jenen Brückner zu frei walten und er bestrafte die Passivität mit schönen Würfen. Leider scheiterte man auch wieder teils sehr frei vor dem gegnerischen Tor und somit stand es nach 6 gespielten Minuten 15:21 aus Sicht der Roschdler. Sechs Tore aufzuholen ist natürlich machbar in 25 Minuten, aber es kostet enorm viel Kraft und auch etwas Glück. Doch Bayreuth ließ an dem Abend nichts anbrennen und spielte seinen Stiefel herunter, blieb effizient in der Chancenverwertung, wehrte immer wieder Bälle ab und somit wurde der Vorsprung kontinuierlich größer. Am Ende stand ein 23:32 auf der Anzeigentafel.

In der Kabine sprach Coach Peine von einer etwas zu hohen Niederlage. Gefühlt und auch von außen betrachtet, war das Spiel enger. Roßtal hatte seine Chancen und hätte man diese in den wichtigen und engen Phasen des Spiels besser verwertet, hätte es ein knappes Spiel werden können. Doch hätte, wäre, wenn… Vom Konjunktiv kann man sich nicht viel kaufen. Man steht weiter am unteren Ende der Tabelle und muss unbedingt und dringend weiter an sich arbeiten und an sich Glauben. Der versetzt ja bekanntlich Berge. Daher aufe auf den Berg und owe mit de Schi…
HAGW

TV 1861 Erlangen-Bruck – TSV Roßtal 46:31 (23:15)

Brooklyn überrennt Roßtal
Brooklyn ist ein Stadtteil von New York oder auch der Metropole Erlangen, der für seine Größe, Vielfalt und Intensität bekannt ist. Besucher oder Neuankömmlinge fühlen sich oft überwältigt von der schieren Masse an Menschen, Eindrücken und Möglichkeiten. Ähnlich fühlt sich eine Mannschaft, die im Handball eine hohe Niederlage erleidet – sie wird von der Übermacht des Gegners überrannt und findet kaum einen Ausweg aus der Situation. Dies traf fast gänzlich auf das Auswärtsspiel des TSV Roßtals bei Erlangen-Bruck zu. Das Spiel war nach 10 Minuten gelaufen – manch ein Fan scherzte, dass er sein zweites Bier vor dem zweiten Treffer von Roßtal offen hatte – klar musste dieser Fan Durst gehabt haben, aber es spiegelte auch ein bisschen die Anfangsphase des Spiels wider. Doch nun der Reihe nach…

Es war eine schwierige Woche in der Sportmeile. Viele Krankheiten suchten das Lager des Tabellenletzten heim. Auch die Trainingsintensität- und Qualität litt unter der geringen Spielerbeteiligung. Doch man spielt nicht Handball, um sich von Anfang an zu ergeben, sondern wollte möglichst lange mitspielen und den Krösus der Liga ärgern. Das nahm man sich zumindest vor.
Nachdem das Spiel angepfiffen wurde ging es gefühlt nur noch in eine Richtung – und das im Handball, wo man eigentlich einen Ballbesitz von 50% haben sollte. Nach 8 Minuten stand es bereits 7:1 für die Hausherren. Und es sollte noch deutlicher werden. Jeder Ballverlust, jeder technische Fehler, fast jeder Fehlwurf wurde durch einen schnellen Gegentreffer bestraft. Man war einfach baff ob der wieselflinken Spieler der Erlanger. Glaubt man der Gegenseite erzielte Bruck fast 30 „schnelle“ Tore. Eine unglaubliche Anzahl. Die Keeper Hagen und Bühler waren oftmals machtlos.
Im Angriff verzettelte man sich oft im 1vs1 und in der Abwehr ging man, wenn es mal kein Gegenstoß war, zu schüchtern ans Werk und ließ die Schützen sich einfache Würfe nehmen. So plätscherte das Spiel sehr früh vor sich hin. Zwar kam jetzt auch Roßtal immer wieder zu Toren, aber man konnte quasi keine Bälle abwehren, da man auch die sehr schnelle Mitte der Hausherren kaum in den Griff bekam. Die Stimmung in der berüchtigten Hiersemann-Hölle war sehr entspannt. Nur eine einsame Trommel trieb die Hausherren an – Ziel war es wahrscheinlich die 50 Tore vollzubekommen. Doch das konnte man zumindest abwenden.
Bei einem vorentscheidenden 23:15 wurden die Seiten gewechselt.
Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt. Es war ein Ebenbild der ersten Hälfte. Es war ein munteres Tontaubenschießen auf beiden Seiten. Ein Spiel mit offenem Visier… Bruck ließ im Tempospiel nie nach, dafür aber etwas in der Abwehr. Daher gelang es auch den Gästen ordentliche 31 Treffer zu erzielen, wobei Capitano Nepf auf ungewohnter Position auf halb Rechts zu überzeugen wusste und einige sehenswerte Treffer aus dem Rückraum erzielte. Das Spiel endete mit dem trommelnden Fan, die Schiedsrichter beendeten das Spiel und das Ende war wie von den meisten erwartet. Bruck gewann deutlich mit 46:31.
Ratlos, verblüfft und sprachlos – das stand zumindest in einigen Gesichtern der Spieler der Gäste. Bruck feierte. C´est la vie! Es war eine Machtdemonstration, eine 2 Klassengesellschaft.

Nächste Woche spielt man gleich gegen den nächsten Hochkaräter – Bayreuth. Im Hinspiel spielte man eine sehr gute erste Hälfte, musste dann aber der aggressiven Abwehrarbeit der Gäste im zweiten Spielabschnitt Tribut zollen. Zwar spielte Bayreuth bisher kein gutes Jahr 2025, konnte aber am vergangenen Wochenende die bis dahin sehr starken Regensburger Adler aus der eigenen Halle fegen. Man ist also gewarnt. Es wird alles andere als ein Zuckerschlecken! Doch es ist RED NIGHT – alles ist möglich! Jeder Fan mit rotem Klamottenteil bekommt ein Getränk gratis!
In diesem Sinne! Bis Samstag zur Primetime!
HAGW

Red Night Handball Wochenende

Am Samstag, 15.02.2025 steigt die nächste Red Night.
Plakat Red Night
Wer in ROT gekleidet kommt, erhält ein Freigetränk.
Um 17:00 findet das Damen Oberliga Spiel gegen die HaSpo Bayreuth statt.
Im Anschluss erwartet die „Macht um Halb Acht“ ebenfalls die HaSpo Bayreuth. Ein weiteren Anlauf das bisherige Pech abzuschütteln
und die ersten Punkte 2025 einzufahren!
Abgerundet wird das Wochenende am Sonntag um 17:00 beim Spielder Zwädden gegen den TSV Wendelstein II.
Link zum Flyer: TSV Roßtal -HaSpo Bayreuth

TSV Roßtal – TSV Allach 09 34:36 (14:18)

Die berühmten leeren Hände
Rückrundenstart in die Regionalligasaison: Nun kennt man alle Teams und hat mit fast allen ein Hühnchen zu rupfen und will sich für teils hohe Niederlagen aber auch viele enge Spiele revanchieren. Das Hinspiel gegen Allach war irgendwie beides. Man verlor zwar mit 10 Toren Differenz, gefühlt war das Spiel aber enger. Am Ende ging einem die Luft aus und die Alligatoren aus dem Münchner Westen machten weiter gnadenlos Tempo und gewannen schlussendlich verdient – eventuell etwas zu hoch. Doch dieses Mal sollten es die Roßtaler deutlich enger gestalten, doch am Ende steht man wieder ohne etwas Zählbares da. Doch nun der Reihe nach…

Nach der unglücklichen Niederlage gegen Günzburg, die so schmerzhaft war wie wenn man auf einen einzelnen Legostein tritt, trat man gleich wieder in einem Heimspiel gegen den TSV Allach an. Der Auftakt in eine schwere Rückrunde, in der man sich selbst vorgenommen hat, möglichst vielen Mannschaften ein Bein zu stellen. Klar gilt immer noch das Ziel „Klassenerhalt“, doch diese Mission scheint impossible, aber Tom Cruise bekommt es ja auch jedes Mal hin – also warum nicht der TSV Roßtal.

Die Voraussetzungen waren aber wieder mal nicht die Besten: Krankheits- und verletzungsbedingt mussten die Gebrüder und Abwehrspezialisten Nepf und Keeper Hagen das Spiel von der Tribüne aus betrachten.
Das Spiel begann mit einem schönen Treffer von Haltrich. Doch die Gäste antworteten prompt. Insgesamt war es ein sehr torreiches Spiel, in dem jede Minute 1,1667 Tore fielen. Es wurde mit offenem Visier gespielt. Am Anfang hielt Roßtal auch noch gut mit. (1:0; 2:1; 3:3) Doch dann verspielte man einige leichten Bälle und die Münchner schlugen daraus Kapital. So führten die Gäste auf einmal mit 3:6 nach nur 8 gespielten Minuten. Dieser Vorsprung sollte bis zur 20 Minute noch weiter ausgebaut werden. Da stand es dann 7:13 und man sah schon seine Felle davonschwimmen wie Michael Phelps. Doch Roßtal bewies Kampfgeist und schaffte es durch einige Paraden von Schramm den Rückstand auf 4 Tore zu begrenzen. Bei 14:18 bat das Schiedsrichtergespann zum Pausentee.

Coach Peine und der in die Kabine geeilte Capitano Nepf forderten mehr Zug im Angriff, mehr Tempo nach vorne und eine stabilisierte Abwehr. Allach war an diesem Abend schlagbar – auch noch bei 4 Toren Differenz war man der Meinung, dass da heute noch gewonnen werden könne.

Und es ging auch gleich gut los. Man erzielte binnen 2 Minuten 2 Treffer, wehrte 2 Würfe ab und verkürzte auf 16:18. Die Halle wurde früh lauter. Doch auch Allach fand schnell in die Partie und ließ sich von dem Doppelschlag nicht beirren. Schnell konterten die Münchner und führten wieder mit 4 Toren (16:20). Diesen Vorsprung verwalteten die Gäste clever – immer, wenn Roßtal ein Tor warf, musste man meistens einen Gegentreffer hinnehmen, leider auch dann, wenn man kein Tor warf. So stand es in der 49. Minute 23:31. Erneute unnötig hohe Niederlage? Mitnichten! Auf einmal kämpfte man wie besessen. Eroberte Bälle und schloss hochprozentig wie ein Jägermeister ab. Die Alligatoren, eigentlich im Wasser sich wohlfühlend, kamen ins Schwimmen. Tor für Tor holte man auf und auf einmal waren es nur noch 3, 2, 1 Tor Abstand. Noch 40 Sekunden waren zu spielen. Man war in Überzahl, doch Allach hatte den Ball. Man spielte eine Manndeckung, ließ einen Wurf von Rechtsaußen zu, doch der Ball war drin – auch wenn der Ball nicht im Tor gelandet wäre, hätte die Zeit nicht gereicht, um den Ausgleich zu erzielen – es war nur noch 1 Sekunde auf der Uhr. Allach feierte und Roßtal stand erneut mit leeren Händen da.
Man muss fast sagen – schon wieder – wieder belohnte man sich nicht für einen aufopferungsvollen Kampf.
Nächste Woche wird es nicht leichter – im Gegenteil. Man gastiert beim ungeschlagenen Tabellenführer Erlangen-Bruck. Derby, Erster gegen Letzter, David gegen Goliath, Wolf gegen Walz (das ist eindeutig). Man geht immer mit Optimismus ins Spiel und glaubt an ein erfolgreiches Spiel! David musste schließlich auch in seine Fähigkeiten glauben als er gegen Goliath antrat. Und das tut der TSV Roßtal auch.
HAGW