Kategorie: Herren

TSV Roßtal II – MTV Stadeln II 36:25 (19:17)

Besser spät als nie? Bericht zum Spiel vom 11.01.26

Gegen dezimierte Stadelner feierte die Zwädde einen gelungenen Auftakt ins neue Jahr.

Nach dem missglückten Hinrundenabschluss (jeweils eine Niederlage gegen Weißenburg und Mögeldorf) hatte sich die Mannschaft um die beiden Bernds für den Rückrundenstart einiges vorgenommen.  Gegen den MTV Stadeln II, denen man sich im ersten spiel der Saison noch geschlagen geben musste (und damit haben wir alle Niederlagen der diesjährigen Saison in einem Abschnitt), wollte die Zwädde unbedingt zeigen, dass in ihr eine Aufstiegskandidatin steckt. Dennoch konnte sich die Mannschaft nach der Weihnachtspause ihrer Form keineswegs sicher sein und so warf man einen zumindest leicht beunruhigten Blick auf die 8 aus Stadeln angereisten Gegenspieler im Aufwärmdress. Klar, dass Stadeln I parallel spielte und vermutlich die meisten Vereinsressourcen in Beschlag nahm, konnte der Zwädden nicht schaden. Ein kleiner Kader ist gerade in den unteren Ligen erfahrungsgemäß jedoch häufig auch von Vorteil.

Hoch motiviert, aber dennoch etwas unsicher startete das roßtaler Team also ins erste Rückrundenheimspiel. Dies schlug sich auch im Ergebnis der 1. Halbzeit nieder. Vorne machte die Zwädde viel richtig und hatte seit einigen Spielen Mal wieder eine passable Wurfausbeute. In der Abwehr jedoch verhielt man sich allzu zaghaft -möglicherweise auch geschuldet des leider sehr sympathischen Auftretens der Gäste. Nachdem man also früh 3:6 in Führung ging, blieben die Stadelner bis zum Halbzeitstand (19:17) stets dran, obwohl Aushilfe -und gleichzeitig schon fester Bestandteil der Mannschaft- Wolf wieder einmal zeigte, was für tierische Reflexe in seinen Gliedmaßen stecken und ein ums andere Mal einen sicher geglaubten Treffer von der Linie kratze.

Glücklicherweise verfügt die Mannschaft über zwei Ansagen-Monster in der Kabine. So wurde in der zweiten Halbzeit zunächst zwar keine Neujahrsrakete gezündet, aber zumindest ein langsam aufsteigender Heißluftballon entfesselt. Oder so. Die Abwehr unterstütze ihren Keeper jedenfalls mehr. Mit Sicherheit machte sich nun auch der sehr kleine stadelner Kader bemerkbar. Jedenfalls gelang es der Zwädden sich mehr und mehr abzusetzen und die Ziele der Kabinenansprache zumindest auf der Anzeigentafel umzusetzen. Nach besserer Abwehr- und sehr guter Torwartleistung, die immer wieder in Gegenstößen mündete, lautete das Endergebnis schließlich 36:25. Erwähnenswert ist außerdem die tadellose Leistung der Schiedsrichter, die, neben den super fairen St. Adelnern, für eine entspannte Partie sorgten.

TSV Roßtal – SG DJK Rimpar II 29:40 (14:20)

Wölfe in Mittelfranken gesichtet – Jagdsaison eröffnet?

Bei der Frage, ob man Wölfe jagen soll, scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite sind Wölfe streng geschützt und sind wichtig für das Ökosystem, auf der anderen Seite möchte man seine Nutztiere wie zum Beispiel Lamas schützen. Vor allem junge Wölfe wollen sich profilieren und sich ihren Rang im Rudel erkämpfen und diesen behaupten. Beide Gründe sind legitim und können diskutiert werden. Aber dass man sich kampflos dem Jungwolf ergibt, ist eigentlich keine Option. Doch phasenweise präsentierten sich die Roßtaler Lamas sehr selbstmörderisch und baten den Wölfen aus Würzburg viele Leckerbissen an, die sie dann auch dankenswerterweise annahmen. Mit vollen Bäuchen trabten die Jungwölfe in die Heimat und in Roßtal hat man nun 2 Lamas weniger.

Wer bisher noch nicht ganz verstanden hat, ob es sich hier um die Erklärung des Darwinismus oder um einen Handballspielbericht handelt: bitte noch kurz weiterlesen. – wie gewohnt erst einmal der Reihe nach und dann wird vieles klarer…

Nachdem man in der Vorwoche ein sehr enges und wichtiges Spiel in Forchheim für sich entschied, stand gleich die nächste Mammutaufgabe an der Tagesordnung! Man spielte gegen die zweite Mannschaft der Rimparer Wölfe aus Würzburg. Ein Verein mit großen Ambitionen! Und so verhält dieser sich auch – viele Trainingseinheiten, ein quasi unendlich großer Talentpool von jungen und motivierten Spielern und ein sehr gutes Spielkonzept, das der nun neue Roßtaler-Trainer Johannes Heufelder dem Verein aus dem Würzburger Umland über zwei Jahre als Trainer der ersten Männer-Mannschaft, eingeimpft hatte. Man wusste also um die Stärken und Schwächen des Systems bestens Bescheid, weil man seit nun Dezember versucht ein ähnliches Spielsystem zu integrieren. Auch kannte man die Spieler auf der Gegners Seite sehr gut und wusste, was auf einen zukommt und wie man das Verteidigen kann und wie man im Angriff Profit schlagen könnte. Doch Handball ist eben nicht nur reine Theorie. Die wurde sehr gut einstudiert, doch man muss eben auch versuchen möglichst viele dieser Vorgaben umzusetzen. Man überlegte sich Abwehrvarianten, um die schnellen Spieler der Gäste aus dem Konzept zu bringen. Spoiler: Theoretisch perfekt vorbereitet, praktisch ausreichend umgesetzt, aber ausreichend ist nur die Schulnote 4 und das hat an dem Abend gegen Rimpar nicht gereicht, um zu gewinnen.

Man gestaltete das Spiel anfangs noch ausgeglichen, doch bekam ob oder durch die anfangs sehr offensive Abwehr schnelle 3 2-Minuten Strafen und geriet so schnell unter Druck. Die Lücken in der Abwehr wussten die Gäste effizient zu nutzen und zogen schnell Tor um Tor davon. Ab der 10 Minute musste man leider einem Rückstand hinterherlaufen, von dem man sich das ganze Spiel nicht mehr erholte. Die Gründe sind schnell erzählt und wurden intensiv im Videostudium Montagabend aufgezählt. Man bekam keine wichtigen Stoppfouls zustande. Man konnte das schnelle Spiel nicht unterbinden und kam schlecht ins eigene Umschaltspiel. Vorne traf man zu oft die falschen Entscheidungen und machte es den Gästen damit oft zu leicht. Auch erwischen die sonst so starken Keeper keinen Sahnetag. Wenn so viele Punkte zusammenkommen, wird es gegen jede Mannschaft der Liga schwer – dass an dem Tag auch noch der starke Tabellenzweite zu Gast war, macht das Ganze natürlich noch schwerer. So wuchs der Rückstand kontinuierlich an und Roßtal gab sich einen Tick zu früh auf, sodass das Ergebnis am Ende vielleicht etwas zu hoch ausfällt!

Nicht alles war schlecht an dem Tag – im Gegenteil. Wenn man sich an seine Tugenden und an die Vorgaben des Trainers hielt, funktionierten auch viele Sachen teilweise richtig gut. Warum man diese nicht das ganze Spiel verfolgt, oder bei seinem Erfolgsrezepten bleibt bis der Gegner sich richtig darauf einstellt, weiß nur der liebe Handballgott.

So steht am Ende eine harte aber nicht gänzlich unverdiente Niederlage mit 29:40 in den Büchern. Man machte den großen Fehler den Wolf zu unterschätzen. Dieses Tier wurde nicht domestiziert, sondern beißt in die Hand, die es füttert. Daraus muss man schnell lernen, denn jedes Spiel ist ein wichtiges und man ist zum Siegen verdammt! Die nächste Chance bietet sich gleich wieder am kommenden Samstag beim großen Heimspieltag des TSV Roßtals, wo den ganzen Tag nur Handball gespielt und hoffentlich zelebriert wird, mit dem besseren Ausgang für den TSV Roßtal!

Was ist also das Learning aus dem Ganzen? Siehst du einen Wolf, dann sei auf der Hut und nimm die Beine in die Hand! Spielst du gegen den Wolf Handball, sei hart, aber fair und gewinne das Spiel und eröffne die Jagdsaison!

HAGW

HC Forchheim – TSV Roßtal 26:29 (11:17

Die Wochen der Wahrheit haben begonnen

Nachdem man in der Vorwoche Federn lassen musste wie ein Suppenhuhn, war das Spiel gegen die Flippers aus Forchheim von enormer Bedeutung. Eine Niederlage durfte man sich eigentlich nicht erlauben, möchte man nicht absteigen und den Abstand zum Mittelfeld verlieren! Dies machte auch Coach Heufelder mehr als deutlich! Eine intensive Trainingswoche fand ihren Höhepunkt am Samstagabend mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einem Siegerfoto vor dem Tor, das Schramm in der ersten Halbzeit teilweise vernagelte. Normalerweise repariert er Autos. Doch wie gewohnt: erstmal der Reihe nach…

Nach der mehr als ärgerlichen und auch irgendwo vermeidbaren Niederlage gegen Auerbach, musste man zum Tabellendritten nach Forchheim reisen. Der sehr starke Aufsteiger hat einige prominente Namen in seinen Reihen und damit eine ungewöhnliche individuelle Klasse an einigen Positionen. Man betrieb ein intensives Videostudium sowohl von sich als auch von dem Gegner und bereitete sich sehr gewissenhaft auf die Aufgabe vor. Ein schneller Ball, ein gutes Rückzugsverhalten und klare Wurfchancen sollten der Schlüssel zum Erfolg sein. Und kleiner Spoiler: erste Halbzeit hui – zweite Halbzeit nicht ganz hui.

Frühe Kontrolle und klare Vorteile vor der Pause

Roßtal war von der ersten Minute an präsent und übernahm sofort die Kontrolle über das Spiel. Mit einer aggressiven Abwehr, hohem Tempo und klarer Struktur im Angriff brachte der TSV den HC Forchheim früh aus dem Rhythmus. Fehler der Gastgeber wurden konsequent genutzt, während der eigene Torhüter mehrfach stark parierte und dem Team zusätzliche Sicherheit gab.

Bereits in der Anfangsphase erspielten sich die Gäste einen komfortablen Vorsprung, den sie im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit souverän verteidigten und ausbauten. Roßtal agierte konzentriert, körperlich und aufmerksam – zur Pause stand eine verdiente Sechs-Tore-Führung zu Buche. Die Rote Karte gegen Forchheim mit dem Halbzeitpfiff spielte den Gästen zusätzlich in die Karten. Der fälligen 7 Meter verwandelte Krach gewohnt sicher.

Kühle Köpfe in hitziger Schlussphase

Wie so oft stellt sich der erfahrene Roßtal-Beobachter die Frage: „wie kommt die Mannschaft aus der Kabine? Spielen sie weiter ihren Stiefel herunter und brechen sie aus unergründlichen Gründen zusammen?“ Die Antwort gestaltet sich schwierig. Nach dem Seitenwechsel blieb Roßtal zunächst spielbestimmend, musste im weiteren Verlauf jedoch eine hektischere Phase überstehen. Forchheim kam zwischenzeitlich immer näher heran. Plötzlich traf man immer fast die falsche Entscheidungen. Unnötige Ballverluste, mentale Aussetzer in der Abwehr und Fahrlässigkeiten machten das Spiel mehr als unnötig spannend. Gut für den neutralen Zuschauer, schlecht für die Herzgesundheit der Roßtaler.  Am Ende fiel tatsächlich der Ausgleich – nun schien das Spiel zu Gunsten der Heimmannschaft zu kippen. Doch Roßtal bewies Charakter und zeigte sich tatsächlich kalt wie eine Hundeschnauze. Hagen parierte einen Strafwurf, man spielte Bühler erfolgreich am Kreis an, der 2 Strafwürfe für Roßtal zog, die Veteran Schmidt souverän verwandelte. Ein erfolgreicher Gegenstoß 5 Sekunden vor Schluss durch Haltrich besiegelten den lautstark gefeierten Auswärtssieg.

In den letzten Minuten zeigte sich die Abgeklärtheit der Gäste: klare Entscheidungen, saubere Abschlüsse und eine kompakte Defensive sorgten dafür, dass Roßtal die Partie wieder an sich riss und mit drei Treffern in der Schlussphase endgültig entschied. Am Ende stand ein hart erarbeiteter, aber verdienter 29:26-Erfolg.

Fazit

Roßtal zeigte nicht immer über 60 Minuten eine konzentrierte und entschlossene Leistung. Aber durch eine besonders starke erste Halbzeit und der kühle Kopf in der entscheidenden Phase waren ausschlaggebend für den Auswärtssieg. Zwei wichtige Punkte, die sich der TSV mit Einsatz, Struktur und Willen verdient hat. Lange freuen geht nicht, denn das nächste schwere Spiel steht an. Man spielt daheim gegen die sehr starken und jungen zweitplatzierten Wölfe aus Würzburg und möchte sich für die Abreibung im Hinspiel nicht nur revanchieren, sondern auch weitere wichtige Punkte gegen den Abstieg sammeln. Man wird sich gewissenhaft vorbereiten und holt sich (legendäre) Unterstützung durch den eigentlich im Spaßhandballalter sich befindenden Alex Brandscher! Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen.

HAGW

TSV Roßtal – SG Auerbach/Pegnitz 24:30 (12:11)

Klima-Krise

Endlich wieder Handball. Nach einer langen Winterpause stand das erste Heimspiel und somit der Auftakt in die immens wichtige Rückrunde an! Nach 2 Siegen in Folge im Dezember konnte man wieder in unmittelbare Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen kommen. Mit Auerbach kam aber auch eine sehr gestandene Mannschaft ins sehr verschneite Mittelfranken. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleitung hätte man das Spiel erfolgreich gestalten und sich erfolgreich für die Hinspielniederlage revanchieren sollen. Wie man erkennen kann, ist der vorangegangene Satz im Konjunktiv geschrieben. Also wäre wäre Fahrradkette.

Aber wie gewohnt: erst einmal der Reihe nach…

Zu ungewohnter Uhrzeit – 20:30 Uhr – wurde das Spiel angepfiffen. Frau Holle ließ ordentlich die Kissen schütteln und das dadurch entstandene Schneechaos und Unfälle sorgten für einen verspäteten Spielbeginn. Das Wichtigste aber zuerst: mehr als Blech wurde nicht beschädigt!

Trotz dieser Widrigkeiten solle sich die Mannschaft fokussieren und die in der Woche besprochenen Punkte und Themen umsetzen! Aggressives, aber cleveres Verteidigen und einen schnellen, aber kontrollierten Angriff spielen! „Wenn wir die Pass- und Fangqualität hochhalten, werden wir die 2 Punkte in Roschdl behalten!“ so Coach Heufelder!

Der verspätete Spielbeginn war bei beiden Mannschaften zu spüren und sehen. Der berühmte Sand im Getriebe. Viele technische Fehler, ob eines glatten Balles wie die eisigen Straßen? In Butter gegriffen? Eher nein – das waren Unkonzentriertheiten. Aber eine aggressive Abwehr – angeführt von Veteran Schmidt – und ein gut aufgelegter Schramm hielten die Erschde im Spiel! Auch wenn der Angriffshandball schwierig anzuschauen war, war das Tempospiel gut! Viele einfache Tore waren das Resultat! Mit 2 guten Aktionen kurz vor dem Pausentee konnte man mit 12:11 in die Halbzeit gehen!

Der Coach war sowohl mit dem Angriff als auch der Abwehr nicht zufrieden!

Zu viele technische Fehler – zu viele Fehlwürfe – Videoanalyse aus der Vorwoche für die Katz? Diese Punkte wurden peripher angesprochen. Das gute an der ersten Halbzeit war: schlechter konnte man nicht Angriff spielen, oder?  Die Erschde bewies, dass es doch möglich war. K*rwa.

Bis zur 40 Spielminute konnte man seine Führung verteidigen. Es wäre aber so viel mehr möglich gewesen. Fast alle 50:50 Entscheidungen traf man falsch und so brachte man die Gäste aus der Oberpfalz wieder ins Spiel. Allen voran war David Klima für die Roßtaler Krise mit verantwortlich. Aus diversen Lagen traf der ehemalige Drittligaspieler und ließ in entscheidenden Momenten die Hoffnungen der Heimmannschaft platzen wie Seifenblasen. Insgesamt erzielte er 13! Tore. Und das aus Situationen, auf die man sich eigentlich vorbereitet hatte. Mehr als ärgerlich.

So stand es durch den Bullen Bühler in der 40 Minute 17:15. Doch durch eine zumindest fragwürdige 2 Minuten-Strafe gegen Capitän Nepf wendete sich das Blatt gegen die Gastgeber. Vorne wurde immer hektischer gespielt und man stand sich immer wieder auf den eigenen Füßen und bekam als Konsequenz nun selbst schnelle und einfache Gegentore. So schwammen die Felle langsam aber sicher davon. Auch die notwendige Auszeit fruchtete nicht. So bauten die Gäste das Spiel kontinuierlich aus und am Ende stand eine mehr als vermeidbare 24:30 Niederlage in den Büchern.

Puh. Schwierig. So war auch die Stimmung nach dem Spiel in der Kabine. Es war nicht alles schlecht. Aber vieles – und so kann man sich nicht in eigener Halle verkaufen, wenn man die Ambitionen hat NICHT abzusteigen. Nun heißt es die Woche hart an sich arbeiten und vor allem mit Köpfchen zu agieren, aber diesen auch frei zu bekommen. Am Wochenende gastiert man beim mehr als starken Aufsteiger HC Forchheim, welche aktuell den 3. Tabellenplatz belegen. Das Hinspiel wurde auch zu deutlich am Ende verloren. Eine schwere Aufgabe steht also bevor. Viele altgediente Drittligaspieler aus Erlangen-Bruck mit jeder Menge Erfahrung stehen im gegnerischen Kader. Man ist gewarnt und MUSS eine Reaktion zeigen, sonst wird die Luft dünn wie am Mount Everest.

HAGW

TSV Roßtal – HSV Hochfranken 28:22 (17:10)

Roßtal belohnt sich zum Jahresende

Ein langes Handballjahr neigte sich dem Ende zu. Die Mannschaft von Capitano Nepf blickt auf eine ereignisreiche Saison zurück, die von einem Abstieg aus Bayerns höchster Spielklasse und zahlreichen lehrreichen Niederlagen geprägt war. Hinzu kamen zwei Trainerwechsel, die den Verlauf der Spielzeiten maßgeblich beeinflussten. Der anschließende Start in der Oberliga Nord verlief durchwachsen und sorgte für weitere Herausforderungen.

Trotz dieser turbulenten Phase blieb das Team größtenteils unverändert, was den aktuellen Saisonverlauf umso überraschender macht. Licht und Schatten lagen eng beieinander – phasenweise herrschte sogar lange Dunkelheit in der kleinen Marktgemeinde im Fürther Land. Vor diesem Hintergrund war das Spiel gegen die Spielgemeinschaft Hochfranken von besonderer Bedeutung. Die Gäste befinden sich im soliden Mittelfeld der Liga und konnten bereits Teams wie HC Erlangen III ärgern. Somit kam kein unbekannter Gegner in die Mittelschulhalle nach Roßtal.

Von Beginn an ließ Roßtal jedoch keinen Zweifel daran, wer das Spiel dominieren würde. Die Mannschaft kontrollierte das Geschehen nahezu über die gesamte Spielzeit, sodass die Frage nach dem Sieger zu keinem Zeitpunkt offen blieb. Dennoch zeigte sich vor allem das Trainer-Team nicht vollständig zufrieden mit der gezeigten Leistung und sieht weiterhin Potenzial zur Verbesserung.

Doch zunächst der Reihe nach…

Nach dem wichtigen Auswärtssieg gegen den MTV-Stadeln stand das mindest genau so wichtige letzte Heimspiel des Jahres 2025 an. Die Mannschaft aus Hochfranken gab ihre Visitenkarte ab. Ein schwer einzuschätzender Gegner. Mit Harz tut sich die Mannschaft schwer – ohne ist sie eine sehr ernst zu nehmende Bedrohung. Dies musste auch der Ligakrösus HCE am eigenen Leib erfahren. Doch wie gut, dass man in Roßtal schön harzen kann. Interimstrainer Heufelder forderte höchste Konzentration und ein schnelles Umschaltspiel. Dies gelang in der Anfangsphase auch mehr als gut. Schnell führte man 2:0 und konnte die Führung in der 18 Minute auf 13:4 ausbauen. Hinten in der Abwehr stand man sattelfest, Keeper Schramm war immer wieder zur Stelle und leitete mit gezielten Pässen einfache Tore ein. Als neutraler Fan sah man das Spiel eigentlich vorentschieden und einen hohen Sieg der Mittelfranken kommen, doch man wäre nicht in Roßtal, wenn der Fehlerteufel sich nicht immer wieder erfolgreich einschleichen würde. So auch dieses Mal. Man vergab leichte Bälle, technische Fehler häuften sich und auch in der Abwehr taten sich wieder größere Lücken auf. K*rwa. So konnten die Gäste in den letzten 10 Minuten des ersten Abschnitts den „Anschluss“ zumindest wieder etwas herstellen und gingen mit nur 7 Tore Rückstand in die Pause.

Heufelder war mit dem Spiel nicht unzufrieden, aber wirklich zufrieden auch nicht. Der entscheidende Pun(s)ch fehlte, um den Sack vorzeitig zuzumachen – etwas, das in den ersten 30 Minuten eines Handballspiels selten passiert, aber an diesem Tag durchaus möglich gewesen wäre. Zu viele Fehler und Ballverluste verhinderten ein besseres Zwischenergebnis. Das Ziel war, mit mindestens sieben Toren Unterschied zu gewinnen, um am Ende der Hinrunde wenigstens ein ausgeglichenes Torverhältnis zu erreichen. Also ging es motiviert in die zweite Halbzeit.

Die ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte liefen sehr gut. In der 44. Minute traf Marcel Cissé zum 23:14. War damit der berühmte Drops gelutscht? Nicht ganz – denn plötzlich wurden beste Chancen vergeben und die sonst verlässliche Abwehr ließ die Roßtaler Torhüter immer wieder im Stich. Hochfranken nutzte diese Phase, kämpfte sich zurück und verkürzte mit dem Schlusspfiff noch auf 28:22. Gewonnen wurde zwar mit +6, doch bleibt das Gesamttorverhältnis bei -1. Somit wurde nur ein Teil des gesteckten Ziels erreicht.

Natürlich war man froh, dem großen Druck standgehalten zu haben, aber das Trainerteam machte auch deutlich, dass es noch Verbesserungsbedarf gibt. Jetzt heißt es, während der Feiertage hart weiter an sich zu arbeiten, um für die Rückrunde bestens vorbereitet zu sein. Gegen den nächsten Gegner „Auerbach“ hat man noch eine Rechnung offen, denn im September war dort wenig zu holen. Es wird spannend, ob und wie sich das Team seitdem weiterentwickelt hat.

HAGW