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Doppelspieltag gegen Lohr – Nachbericht

Nicht mit Ru(h)m bekleckert, aber einige Lo(h)rbeeren eingeheimst

Es war fast so wie im Frühjahr, nur mit dem Luxus einen Tag Pause zwischen den Spielen zu haben. Samstag wurde in Lohr gespielt und am Montag, dem Tag der Deutschen Einheit in Roßtal. Die Spielen waren aus Sicht der Mittelfranken wie Tag und Nacht. In Lohr – ein rabenschwarzer Abend & vor heimischer Kulisse – eine bockstarke Leistung. Was war passiert? Das erfahren Sie im kommenden Text…

Mit einer dünnen Personaldecke wurde nicht gut die Woche über hinweg trainiert. Das berüchtigte Virus und andere Krankheiten (ja, soll es auch noch geben) schwächten die erste Mannschaft des TSV Roßtals. So wurde sogar das Mittwochtraining aufgrund fehlender Spieler abgesagt. Am Donnerstag waren wieder mehr Spieler anwesend, aber man konnte meinen es waren Hunde in der Halle – so viel wurde gebellt. Doch es fehlten die Gebrüder Grimm äh Nepf weiterhin – Einsatz fraglich. So musste die Abwehr umgestellt werden. Keine allzu leichte Aufgabe…

Samstag, 01.10.2022 – TSV Lohr – TSV Roßtal 23:31 (12:8)

Am Freitag meldeten sich fast alle Akteure wieder gesund, aber von „fit“ konnte nicht die Rede sein. So kam man gegen 18 Uhr im schönen Lohr an. Die Trainer betonten die Riesenchance, die sich der Mannschaft böte, den TSV Lohr in arge Schwierigkeiten zu bringen. Lohr, Aspirant für die Aufstiegsrunde, verlor die beiden Auftaktspiele und standen damit enorm unter Druck. Roßtal selbst habe nichts zu verlieren. Man müsse hungrig sein und schnell spielen, um die großen Körper der Gegner zu ermüden und den starken Händen möglichst kontaktfrei zu entkommen. Gesagt nicht – nicht getan. Man verschlief den Start vollkommen und war schnell mit 7:1 hinten. Man verwarf die ersten beiden 7-Meter, bekam in der Abwehr keinen Zugriff und kam vorne kaum zu Chancen. So zogen die
Gastgeber immer weiter weg. Zwar kämpfte man sich ein wenig zurück – dafür großes Lob -, doch kam man den Lohrern nicht wirklich nahe – Halbzeitstand 12:8. In der zweiten Halbzeit kam man nochmal mit 20:18 auf 2 Tore heran, doch ein schneller 3:0 Lauf der Gastgeber machte die Hoffnungen in Minute 48 fast endgültig zunichte. So plätscherte das Spiel vor sich hin und wurde am Ende verdient mit 31:23 geschlagen.

In der Kabine wurde vom fehlenden Hunger gesprochen – und das nicht zu Unrecht. Man müsse sich mehr zutrauen und immer 110% geben, um ein Spiel in der Bayernliga zu gewinnen. Auf der Heimfahrt ersann das Trainergespann eine neue Taktik, welche voll aufgehen sollte…

Montag, 03.10.2022 – TSV Roßtal – TSV Lohr 28:24 (11:9)

Neuer Tag neues Glück. Die Trainerfüchse beschlossen die Gebrüder Nepf beide gleichzeitig am Kreis spielen zu lassen, um den massiven Mittelblock der Gäste ordentlich ins Schwitzen zu bringen. Das funktionierte fast in Perfektion. Vor gut gefüllter Halle legte man los wie die Feuerwehr und ging nach 40 Sekunden durch den gut aufgelegten Schmidt in Führung. Diese sollte das ganze Spiel nicht hergegeben werden. Im Vergleich zum Samstagsspiel – dort lag man kein einziges Mal in Führung. Man vergrößere konsequent den Vorsprung (7:3 Minute 12) und wurde auch nicht nervös, als die Gäste etwas Luft schnupperten (8:8 Minute 19). Im Gegenteil – man legte wieder vor und gab Tempo und Marschrichtung an! Und es gab nur ein Gas – Vollgas. Auch Bühler machte einen hervorragenden Job und vereitelte immer wieder wichtige Würfe und brachte die Gegner in Erklärungsnot.

So wurde verdient mit 11:9 die Seite gewechselt. Was genau in der Kabine besprochen wurde, kann in diesem Fall nur gemutmaßt werden, aber es muss wirksam gewesen sein – vielleicht wurde Siegerfussi in den Raum gestellt. Man zog von Anfang der zweiten Halbzeit davon. Manche mögen sich erinnern: Das war letzte Saison oftmals nicht der Fall und enge Spiele wurden in den ersten 10 Minuten des zweiten Spielabschnitts verloren. Am Tag der Deutschen Einheit 2022 Jahre nach Christi Geburt aber nicht! So stand es 14:10 nach 34 Minuten – die Halle brodelte. Es wurde zwar wieder enger 20:18 (46. Minute), aber die Boys blieben cool, wehrten Würfe und Angriffe mit vollem Körpereinsatz ab und wurden dafür belohnt. Man hätte noch höher gewinnen können (Zwischenstand 27:21), wurde aber etwas ruhiger und weniger aggressiv in der Abwehr, was Lohr natürlich auszunutzen wusste. So stand nach umkämpften 60 Minuten ein verdienter Sieg mit 28:24 in den Büchern.
Heureka! Die Spieler und Fans überglücklich, aber nicht überrascht – man wusste, wenn man 100% gibt, ist die „Über“-Mannschaft aus Lohr zu schlagen.
– Quod erat demonstrandum – Glückwunsch, Jungs.

Am Samstag steht gleich das nächste Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Rothenburg an, welche überraschend gegen die bis dato souveränen und stark aufspielenden Jungwölfe aus Rimpar gewannen. Vorsicht ist also geboten!
Aber es hilft ja alles nix – es müssen 2 Punkte her!
Danke an alle Fans und Helfer! Bis Samstag,
Eure Erschde – „Rohstahl-United“

HAGW

HaSpo Bayreuth – TSV Roßtal 18:18 (8:8)

Etwas aufgeregt (gelinde ausgedrückt) und voller Vorfreude fuhren wir in 2 Bussen zu unserem ersten Spiel in der Landesliga nach Bayreuth. Die Stimmung war gut und da wir keinen unserer Gegner in dieser Saison kannten und dieser sich zusätzlich auch aus einer komplett neuen Mannschaft, die zur Hälfte aus den abgestiegenen Bayernligisten und zur anderen Hälfte aus BOL-Spielerinnen bestand, zusammensetzte, war für uns alles drin.

Zu unserer Überraschung wurde das Spiel sogar live auf YouTube übertragen, sodass uns viele die leider nicht mitkommen konnten nun vorm Bildschirm unterstützten.

In neuen Trikots ging es um 15 Uhr dann also los. Die ersten Sieben liefen mit den Schiedsrichtern und den ersten Sieben von Bayreuth ein und die ersten 30 Minuten in der Landesliga begannen runterzulaufen. In den ersten Minuten gelang es unseren Gegnerinnen einen zwei-Tore-Vorsprung auszubauen, da wir viele gute Chancen vergaben und eine Weile brauchten, um uns an eine sehr offensive Abwehr und den verhältnismäßig wenig eingeharzten Ball zu gewöhnen. Die eigene Abwehr jedoch stand von der ersten Minute an sehr gut und stabil und verhinderte einen größeren Vorsprung der Bayreuther Damen. In der sechsten und siebten Minute glichen wir den Rückstand dann aus und lieferten uns von da an ein Kopf an Kopf Rennen. Es vielen nicht viele Tore – wir gingen mit einem 8:8 in die Halbzeitpause – das war jedoch zahlreichen vergebenen Chancen auf beiden Seiten und einer starken Abwehr von uns verdanken, die Coach Uli auch in der Pause lobte.

Wir starteten mit derselben Aufstellung wie zu Beginn in die zweite Halbzeit und wie auch in der ersten mussten wir andere Möglichkeiten finden, uns gegen die offensive Abwehr durchzusetzen als wir in den letzten Saisons gewohnt waren. Aufgrund eines kurzen Durchhängers lagen wir in der 39. Minute mit 3 Toren zurück, schafften es jedoch durch viel Kampf diesen bis zur 47. auf einen Torestand von 14:14 auszugleichen. Im Spiel lag viel Bewegung, die uns gute Zuspiele ermöglichte, jedoch auch die ein oder anderen Beulen und blauen Flecken kostete. Bis zum Ende rang sich der Torverhältnis abwechselnd um ein Tor nach oben auf 18:18, wo es dann auch stehen blieb. Den Sieg holten wir uns leider nicht nach Hause, jedoch einen wohlverdienten Punkt der uns einen Vorgeschmack auf die Landesliga gibt.

Trotz der Fehler, die es aber in jedem Spiel gibt, haben wir eine saubere Leistung abgeliefert und hatten vor allem Spaß, den wir auch in die weiteren Spiele mitnehmen.

Am meisten geschwitzt haben aber wahrscheinlich Oli Brandscher und unser Torwarttrainer Fabi, die nur um ein Tor an einer insgesamt mindestens 500 Euro Bierrechnung vorbeigekommen sind. Der Lohn für einen Gewinn wären Sage und Schreibe 55 Kästen (5 von Fabi, 50 von Oli) gewesen, wenn wir die Bayreuther Damen geschlagen hätten. Aber vielleicht steht die Wette ja noch bis zum Rückspiel 😉.

Passend zum Bild heißt es bei der Herausforderung Landesliga jetzt Augen zu und durch – weiter geht`s. Am 08.10. spielen wir auswärts gegen TV Marktsteft und schauen mal, was wir dort rausholen können!

Bis bald – eure Damen 1

TSV Roßtal – TV 1861 Erlangen-Bruck 25:30 (12:13)

Bittere und etwas zu hoch ausfallende Niederlage

Es war ein temporeiches, enges und hart umkämpftes Spiel, indem kein Zentimeter Raum dem Gegner geschenkt wurde. Lange Zeit konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Gegen Mitte der zweiten Halbzeit hatte die Mannschaft aus Bruck den längeren Atem und zog Tor um Tor weg. Am Ende stand ein vielleicht um 1-2 Tore zu Niederlage in den Büchern
(25:30). Doch der Reihe nach…

Nach dem Überraschungscoup in Coburg hatte man nur 6 Tage Zeit sich auf das Derby gegen Erlangen-Bruck vorzubereiten. Der Kampfsieg in Coburg Sonntag Nachmittag hatte aber seinen Preis. Einige Spieler waren angeschlagen und/oder krank. So konnte fast nie mit voller Kapelle trainiert werden. Am Samstag meldete sich Kapitän Nepf dann endgültig krankeitsbedingt ab – ein schwerer Schlag für den TSV. Ohne den Abwehrchef und sicheren Vollstrecker im Angriff müssen alle Spieler eine Schippe drauf legen, um diesen Ausfall einigermaßen zu kompensieren.

In der Kabine wurden von den Trainern warnende Worte ausgesprochen. Um in Metaphern aus dem Sport zu sprechen: Bruck hatte die Woche davor schwere Schläge von den Jungwölfen aus Rimpar einstecken müssen, wankte, aber macht an dem Tag nicht den Eindruck, bald K.O. zu gehen! Vorsicht war also geboten! „Rumble in the Jungle.“ Let´s fight!

Temporeiches Handballspiel

Das Spiel begann ohne großes Abtasten. Und so stand es nach nicht mal 50 Sekunden 0:1 aus Sicht des TSV Roßtals. Bruck spielte eine aggressive Deckung und erschwerte das Angriffsspiel der Erschden. Jedoch konnten sich die Mannen aus der Marktgemeinde langsam herankämpfen. Aus einem 1:3 wurde ein 4:3 (9. Minute). Nun ging es Hin und Her. Das Tempo war auf beiden Seiten sehr hoch. Leider schlichen sich dadurch immer wieder Fehler in das Angriffsspiel und so wurde eine Überzahlsituation 2:0 verloren (6:8). Immer wieder verwickelte man sich in Zweikämpfe, welche den Spielfluss nahmen. Es wurden teilweise unnötige technische Fehler begangen und man schloss ab und an zu hektisch ab. Doch eines zeichnet die Roschdler aus: Einsatz und Kampfgeist. Man erkämpfte sich Bälle, blieb vorne hartnäckig und war in unmittelbarer Schlagdistanz (12:13 Halbzeitstand). Ehrmann, welcher einen Torrekord aufstellte (13 Tore), hielt seine Mannen am Leben.

In der Halbzeit war man sich einig: Heute war was zu holen: Fehler im Angriff abstellen bzw. reduzieren, mehr in der Abwehr kommunizieren und am Ende profitieren.

Breite der Mannschaft setzt sich durch

Gesagt und fast getan. Nach 35 Sekunden glich Marco Ehrmann in seiner unnachahmlichen Manier aus. Doch es folgte sogleich der doppelte Gegenschlag. Was immer wieder nicht so richtig lief, war der siebte Feldspieler. Es wurde zu hektisch gespielt, was teilweise in einem heillosen Durcheinander mündete. So bekam man aufgrund eines leeren Tores im gesamten Spiel 4 leichte Gegentore. In solchen Situation muss die Mannschaft ruhiger und besonnener Spielen. Man ist in Überzahl und mit Geduld wird irgendwann ein Spieler frei sein! Dies gilt es zu trainieren, um aus dieser Taktik wirklich Profit schlagen zu können.

„Brooklyn“ zog nun konsequent immer weiter davon. So wurde aus einem 17:18 ein 19:21, ein 20:24. Man bekam kaum noch leichte Würfe. Man hielt zwar in der Abwehr gut dagegen, jedoch hat Bruck einen schier unendlich großen Kader, wo die Qualität kaum abreißt. So konnte je nach Spielsituation ein Shooter oder Spielmacher mit starken 1vs1 eingesetzt werden. Diese Kombination konnte mit voranschreiten der Zeit und schwindenden Kräften immer schlechter verteidigt werden. So setzte Bruck sich in Minuten 50 vorentscheidend mit 20:25 ab. Man kämpfte zwar verbissen weiter, aber wirklich näher kam man nicht mehr heran. So endete das Spiel 25:30 für Erlangen Bruck. Kein unverdienter, aber vielleicht etwas zu hoch ausgefallener Sieg. An einem guten Tag und mit allen Spieler fit an Board, wäre ein Sieg im Bereich des Möglichen gewesen. Aber wäre, wäre Fahrradkette…

Mund abputzen und sich auf das nächste Wochenende vorbereiten, indem wie in den guten alten Zeiten (Playdowns im Frühling ´22) zwei Spiele in 3 Tagen stattfinden. Grund dafür war eine Spielverlegung. So spielt man Samstag Abend in Lohr, welche noch keinen Sieg die Saison einfahren konnten und am Montag, dem Tag der Deutschen Einheit, in Roßtal. Getreu dem Motto: „Oft haben wir noch nicht in Lohr gewonnen, also Zeit wird’s.“ (W. Schmidt, 2022) freuen wir uns auf ein zahlreiches Erscheinen spätestens am Montag in der Mittelschulhalle in Roßtal!

Over and out – eure Erschde

HAGW