Schlagwort: Macht um Halb Acht

TSV Roßtal – HT München 28:33 (13:13)

Quo vadis Equus-valles (Roßtal)?

Roßtal und der Drittligaabsteiger aus dem Hachinger Tal waren lange Zeit auf Augenhöhe und zumindest ein Punktgewinn war durchaus im Bereich des Möglichen. Doch Fortuna und auch das eigene Unvermögen waren im Weg. Und so steht man weiterhin mit leeren Händen da – etwas ratlos und sauer auf sich selbst ob den vergebenen Chancen die ersten Punkte der Saison einzuheimsen. Doch nun der Reihe nach – oder wie der Lateiner sagen würde: deinceps…

So richtig in einen Spiel-Rhythmus kommt man nicht. Ständig hat man spielfreie Wochenenden und nach der harten Schlacht gegen die Legionäre aus Bruck, welche man deutlich verlor, mussten die wackeren Roßtaler aus dem kleinen unbeugsamen Dorf erneut gegen eine Übermacht aus dem fernen Monacum antreten. Die Rollen waren klar verteilt und nur an einem sehr guten Tag mit einer Portion Zaubertrank könnte eine Überraschung gelingen. Häuptling Peinix bereitete seinen Krieger gut auf den Gegner vor und mahnte zu absoluter Aufmerksamkeit im Rückzug, da die Münchner nach einem Gegentor sich überfallartig rächen wollen. Im Angriff solle man variable Formationen versuchen, sich an den Schlachtplan halten und ebenfalls schnell nach vorne spielen!

Die ersten 25 Minuten des Spiels verliefen ausgeglichen mit leichten Vorteilen für die Roschdler-Barbaren. Man verpasste es aber die leichten Vorteile in eine strategische Überlegenheit umzumünzen. So führte man immer wieder mit 2 Toren Unterschied, konnte aber in den entscheidenden Phasen keine Klarheit schaffen, sodass die erfahrenen Truppen aus der Landeshauptstadt wieder durch eine stärke Sturm und Drang Phase 45 Sekunden in Führung gehen konnten. Doch Roßtals Trifftnix äh Hauboldix erzielte den Ausgleich kurz vor Ablauf der Sanduhr. Man ging mit einem 13:13 in die Halbzeit und war nicht zu 100% zufrieden. Gefühlt war man die bessere Mannschaft, doch es spiegelte sich nicht im Ergebnis wider. Man verwarf schon wieder zu klare Gelegenheiten und schwächte sich durch unnötige Zeitstrafen selbst. Im Krieg ist vieles erlaubt, aber eben nicht alles: Barbar Haltrix ignorierte die Regel den gegnerischen Torwächter im Gesicht zu treffen – gleich 2-mal – und musste sich für 4 Minuten bei Häuptling Peinix verantworten, der darüber nicht amüsiert war.

Während beide Parteien sich kurz erholen konnten, motivierte Häuptling Peinix seine Mannen das Momentum wieder an sich zu reißen, indem weiter aggressiv spiele und die Kreise der Nummer XXIV einenge. Und Angriff ist immer noch die beste Verteidigung.

Das Spiel verlief auch weiterhin eng. Handballerisch war es nicht immer das Gelbe vom Ei, aber kämpferisch konnte man keiner Mannschaft etwas vorwerfen. Roßtal wie auch HT München spielten hart, auch öfter mal härter als erlaubt und so war es bis Minute 51 immer eng, ohne nennenswerten Vorteil für eine der beiden Teams (14:14, 18:18, 20:21). Doch die Konzentration der Heimmannschaft ging immer mehr verloren und die jungen Münchner nutzten nun sich jede bietende Lücke in der Verteidigung aus und ließen Barbar Hagen wenig Chancen. Das Spiel kippte in nur 4 Minuten zu Gunsten der Gäste (23:29 Minuten 55). Man war zwar um eine Aufholjagd bemüht, konnte aber nicht das Momentum mehr auf seine Seite ziehen. Vielmehr zog man sich durch den 3. Gesichtstreffer den Unmut der Gäste auf sich und beendete das Spiel in Unterzahl.

Am Ende stand ein etwas zu hohes Ergebnis in den Büchern und Roßtal haderte mit sich, da heute tatsächlich mehr drin gewesen wäre. Ein oder zwei mehr abgewehrte Bälle, etwas mehr Konzentration in der Abwehr und ein leicht variantenreicheres Angriffsspiel (über linksaußen) und man hätte an einer Sensation schnuppern können. Doch beim Teutates: noch immer steht man punktlos am Ende der Tabelle.
Doch nun ist das „Horrorprogramm“ vorerst zu Ende. Bisher spielte man gegen lauter Topmannschaften der Liga.
Nun kommen die Mannschaften, die man schlagen kann evtl. auch muss. Bis Weihnachten wird die laufende Saison entschieden? Gut möglich. Holt man nun noch 4-6 Punkte ist alles in Ordnung. Holt man bis Weihnachten nichts Zählbares heraus, wird es dunkel. Am kommenden Wochenende gastiert man bei TSV Rothenburg – Derbytime. Wird es einfach? Nein! Kann man gewinnen? Ja! Es muss aber alles stimmen. Es bleibt also die Frage vom Anfang: Quo vadis, Roßtal?
HAGW

TSV Roßtal – TV 1861 Erlangen-Bruck 25:39 (13:19)

Unter die Räder gekommen

15 Minuten konnte man mit dem Brooklyn-Express mithalten. Doch dann war Endstation. Die Roschdler hatten das Ticket für eine zu kurze Strecke gebucht und mussten zusehen wie die Brucker gemütlich bis zur Endstation fuhren. Zu viele Fahrkarten luden die Gäste zu schnellen Toren ein. In bester Deutscher Bahn-Manier kam man oft zu spät in der Abwehr und so entwickelte sich früh ein einseitiges Spiel. Doch nun der Reihe nach…

Man hatte 2 Wochen Zeit sich auf das erste Derby und die damit einhergehende von Coach Peine beschriebene Mammutaufgabe vorzubereiten. Komplette Gegensätze trafen aufeinander: Roßtal mit 0 Punkten aus 4 Spielen und Erlangen-Bruck mit allen möglichen 8 aus 8 Punkten. Trotz der vermeintlich klaren Angelegenheit war man der Ansicht, dass, wenn alles richtig liefe, eine realistische Chance bestünde. Hatte man doch in den vergangenen Jahren die Spiele oft eng gestalten können. Doch wäre wäre Fahrradkette.

Man wolle in der Abwehr eine aggressive 5:1 Deckung spielen, um die Kreise von Brucks sehr spielstarken Mittelmann einzuengen. Auch wolle man sein eigenes Glück im schnellen Umschaltspiel finden und so selbst empfindliche Nadelstiche setzen. Kleiner Spoiler: es hat nicht ganz funktioniert…

0:0 war der engste Spielstand zwischen den beiden Mannschaften. Es entwickelte sich von Anfang an ein schnelles Run-& Gun Spiel. Bruck legte vor und Roßtal versuchte dran zu blieben, was die ersten 17 Minuten noch ganz gut gelang (1:3, 4:6, 8:10). Doch die eigene Chancenverwertung und das sehr schnelle Umschaltspiel der Gäste machten der Heimmannschaft das Leben schwer. Und konnte man das schnelle Umschaltspiel unterbinden, spielte Bruck im Stile einer Spitzenmannschaft den Stiefel sehr souverän runter – entweder man bediente den Kreis oder spielte die Außen frei. (Ja, das klingt verrückt, kommt aber anscheinend doch immer mal wieder vor.) Kämpferisch steckte man nie auf, doch agierte man oft zu ideenlos im Angriff und rieb sich immer wieder gegen die körperliche Abwehr auf. So war das Spiel schon fast in der ersten Halbzeit entschieden, als es zur Halbzeitsirene 13:19 aus Sicht der Gäste stand.

Zu aller Überraschung war Coach Peine nicht allzu unzufrieden. Man spiele gar nicht so schlecht mit, treffe aber in den wichtigen Phasen zu oft die falsche Entscheidung. Im Gegensatz zum Gegner, der einfach zu kaltschnäuzig und meistens einen Schritt schneller ist. Man solle einfach weiter schnell nach vorne spielen und die Brucker frühzeitig in der Abwehr mit Stoppfouls zu einem neuen Angriffsaufbau zwingen. Im Angriff solle man variabler spielen und den Ball laufen lassen und vor allen mal die Spielzüge zu Ende spielen.

 

Es ging auch gleich mal spektakulär los – Schramm hielt einen freien Wurf und beförderte das Spielgerät in das verwaiste Gehäuse der Gäste, die ohne Torwart wegen Unterzahl agierten. Aufbruchstimmung? – Wendepunkt? – nein. Bruck schlug auf seine Art zurück und erzielte 6 schnelle Tore. Der berühmte Drops war gelutscht. Nach 39 Minuten stand es vorentscheidend 16:27. Jetzt ging es um Schadensbegrenzung und um die Würde. Man wollte ein Heimspiel nicht sang- und klanglos aufgeben. Die letzten 20 Minuten konnte das Spiel wieder ausgeglichener gestaltet werden. Auch wurde das Spiel kurzzeitig etwas ruppiger, da die Schiedsrichter es verpassten manche Situationen rechtzeitig zu beruhigen. Dominik Bühler zeigte seiner Ex (also die Mannschaft aus Bruck – bitte nicht falsch verstehen) nochmal wo der Hammer hängt und bekam eine direkte Gedenkpause auf der Tribüne und stand symbolisch dafür, dass man in Roßtal auch bei einer Führung für seine Tore hart arbeiten bzw. auch einstecken können muss. Die letzten 10 Sekunden waren nochmal eine kleine Zusammenfassung des gesamten Spiels. Man hatte eine doppelte Überzahl, doch spielte den einfachen Pass nach außen zu Haubold ins Toraus. Das wäre sein erster Ballkontakt gewesen – schade Ansgar, vielleicht im nächsten Spiel. Bruck schaltete schnell um, spielte einen riskanten Gegenstoßpass, welcher ankam und Poser erzielte mit der Sirene seinen 10 Treffer. Endstation – 25:39 für die Gäste.

Bruck feierte, im Roßtaler Lager war etwas Ernüchterung angesagt. Das waren zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Saisonzielen – eine Mannschaft kann aufsteigen, die andere Mannschaft ist im harten Abstiegskampf. Wer wer ist, sollte aus dem Bericht hervorgegangen sein.

Schaffner Peine mahnte seine Schützlinge unter der Woche den Kopf nicht hängen zu lassen und weiter an sich zu arbeiten. So bitter und düster die aktuelle Lage auch aussieht, noch musste man kein Spiel unbedingt gewinnen. Zu hart war das Auftaktprogramm. Die Mannschaften, welche besiegt werden können/müssen, kommen erst noch. Doch gleich das nächste Spiel ist schon wieder eines dieser sehr schweren… Die nächste Herausforderung kommt bereits wieder nach Roßtal. Der Drittligaabsteiger aus München kommt in die Marktgemeinde. Das wird die nächste schwere Aufgabe – lösbar? Auf jeden Fall, aber es muss alles stimmen. Eine sehr gute Mannschaftsleistung, starke Einzelleistungen und lautstarke FANS!

TSV Roßtal – TV 1861 Erlangen-Bruck

Am fünften Spieltag der laufenden Regionalliga-Saison kommt es zum ersten Derby.
Mit dem TV Erlangen-Bruck gastiert eine absolute Spitzenmannschaft in der Roßtaler
Mittelschulhalle. Das in der bisherigen Spielzeit ungeschlagene Team aus Erlangen
wird eine absolute Mammutaufgabe für die Mannschaft des TSV Roßtal, der in der
neuen Regionalliga noch nicht so recht Fuß fassen kann.

Weitere Informationen zum Spiel gibt es im  Handball Flyer

TSV Roßtal – TSV Ottobeuren 29:27 (12:14)

What´s there to be happy about? Job´s not finished?

Das erste von 2 Relegationsspielen wurde knapp, aber am Ende verdient mit 29:27 gewonnen. Es wurde alles geboten, was das Handballerherz höherschlagen lässt. Man lag im Rückstand, holte diesen auf, drehte das Spiel, ließ die Gegner wieder rankommen und machte am Ende den Sack im Stile einer guten Mannschaft zu. Was es ab und an auch braucht, ist ein alter Hase auf Linksaußen, der den jungen Wilden zeigt, wo der Barthel den Most holt oder in Mittelfranken eher das Bier. Doch nun der Reihe nach…

Man hatte 2 Wochen Zeit sich auf den absoluten Höhepunkt der Saison vorzubereiten. Aufstiegsspiele, um in der Regionalliga Bayern nächstes Jahr zu spielen, gab es beim TSV Roßtal noch nie. 2 Gründe – einerseits gab es die Liga-Bezeichnung noch nie (oder schon lange nicht mehr – der Autor war zu faul zu recherchieren) und andererseits war man erst einmal in dieser Position in die höchste Liga Bayerns aufzusteigen, was auch gelang, was wiederum an einer nun verschollenen Krankheit und Biermarke „Corona“ lag. Das Team um Trainer Peine bereitete sich intensiv auf die Gegner vor und war gewarnt. Es gibt ein gutes Kreisläuferspiel und sehr starke und wuchtige Rückraumschützen. Beides konnte man nicht immer wie geplant verteidigen, aber das ist natürlich in Ordnung – schließlich ist noch kein Handballspiel 0:0 ausgegangen. In Roßtal wurde kräftig die Werbetrommel gerührt und auch der Gast brachte viele lautstarke Anhänger in das beschauliche Roßtal, sodass am Ende eine geschätzte Zuschaueranzahl von 500-700 Zuschauern gezählt wurden (Angaben ohne Gewähr).

Auf beiden Seiten wurde sich erstmal abgetastet. Rohrbach Jonas eröffnete das Spiel mit einem schönen Rückraumtor. Nun war es ein ständiges hin und her, mit leichten Vorteilen bei den Gästen aus dem Allgäu. (1:1; 3:3; 6:6) Nun schlichen sich einige Fehlwürfe und technische Fehler bei den Hausherren ein und Ottobeuren nutzte diese gekonnt aus. So wurde stand es nach 18 Minuten auf einmal 6:9 aus Sicht des TSV R. Auf beiden Seiten konnten sich die Torhüter immer wieder auszeichnen, sodass es anfangs ein recht torarmes Spiel war. 90 Sekunden vor Schluss erzielte der MVP des Spiels D. Schmidt den 12:12 Ausgleichstreffer. Doch Fahrlässigkeit und mangelnde Konzentration führten dazu, dass man sich noch 2 Gegentreffer einfing und mit einem etwas unnötigen 12:14 in die Pause ging.

Coach Peine mahnte in der Kabine, dass man weiter um jeden Zentimeter kämpfen müsse, noch schneller den Ball laufen lassen und weiter an sich glauben solle! Egal wie der Zwischenstand ist, einfach weitermachen, den Kopf oben lassen und an sich glauben! Das sollte noch wichtig werden, denn zwischenzeitlich sah man die Felle davonschwimmen.

Denn die zweite Hälfte lief anfangs nicht wie geplant. Ottobeuren kam gut aus der Kabine und konnte sich in Minute 36 bereites auf 14:18 absetzen. Doch die Erschde erinnerte sich an die Worte seines Trainers und hatte nun ihre beste Phase des Spiels.

Innerhalb von 8 Minuten schaffte man es das Spiel zu drehen, als D. Schmidt sich seinen eigenen Strafwurfabpraller schnappte und zur großen Freude der Fans das Ding zur 20:19 Führung in die Maschen schweißte. Nun schien das Blatt sich endgültig Richtung Roßtaler Seite gewendet zu haben, doch die Gäste blieben hartnäckig in Schlagdistanz – dies nahmen sie manchmal zu wörtlich, da sie sich durch viele 2-Minuten Strafen selbst schwächten. Doch hergeben sollt man die Führung nun nicht mehr. Roßtal führte immer wieder mit 1-3 Toren Abstand – Dominik Schmidt spielte sich in einen wahren Rausch und erzielte insgesamt 13 Tore – das letzte 5 Sekunden vor Schluss zum Endstand von 29:27.

Nach dem Schlusspfiff brach ein wahrer Sturm auf den Rängen aus, die Spieler, welche fast 60 Minuten durchgespielt haben, fielen stolz und glücklich auf den Hallenboden und ließen sich zurecht ausgiebig feiern. Den Tag darf man genießen und er wird nicht so schnell aus den Köpfen verschwinden. (Bin stolz auf euch, Männer!)

Doch es ist es die Hälfte des Weges geschafft. Am 4.5.24 muss man die weite Fahrt ins Allgäu auf sich nehmen und vor einer wahrscheinlich sehr lauten Kulisse das Hinspielergebnis  verteidigen und vergolden. Dass das alles andere als leicht wird, ist allen bewusst. Die Jungs werden sich jetzt noch 3-mal für die lange Saison den A**** aufreißen unter der Woche, um am Ende jener das anfangs doch recht optimistische Ziel „direkter Wiederaufstieg“ zu realisieren! UND WIR WERDEN ES SCHAFFEN! DANKE AN ALLE SO ZAHLREICH ERSCHIENENEN FANS! EGAL WAS PASSIEREN WIRD – WE LOVE YOU!

Also alle Daumen am Samstag ab 18 Uhr für 60 Minuten drücken und dann sehen wir uns nächstes Jahr wieder in der Bayernliga – äh Regionalliga. Eure Erschde

HAGW